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Schlagwort: BioDivHubs

Heute ist Weltbienentag

Wenn wir über Bienen sprechen, denken viele zuerst an Honigbienen. Doch in Deutschland leben über 500 Wildbienenarten, darunter Hummeln, Mauer- oder Sandbienen. Viele von ihnen sind bedroht und für unsere Ökosysteme genauso wichtig wie die Honigbiene.

Honigbienen sind Generalistinnen: Sie nutzen viele verschiedene Blütenpflanzen und können weite Strecken fliegen. Viele Wildbienen dagegen sind spezialisiert und auf ganz bestimmte heimische Pflanzen oder Familien angewiesen. Manche schaffen nur wenige hundert Meter bis zur nächsten Nahrungsquelle. Genau deshalb sind vielfältige, naturnahe Blühflächen in der Stadt so wichtig!

Im BioDivHub-Projekt setzen wir uns für mehr Biodiversität in München ein: mit urbanen Gärten, naturnahen Flächen und gemeinschaftlichem Engagement für Mensch und Natur.

Was hilft?
✔️ heimische Pflanzen
✔️ weniger Mähen
✔️ wilde Ecken zulassen
✔️ pestizidfreie Gärten
✔️ mehr Lebensräume statt nur mehr Bienenstöcke

Fotos: David Schoo

Das Nest für die Biodiversität in Giesing

Am 20., 21. und 22. April entstand auf dem Ella-Lingens-Platz im Modellquartier Giesing ein ganz besonderes Projekt: Gemeinsam mit der Klasse 7a der Mittelschule an der Fromundstraße baute Green City e.V., Verbundpartner im BioDivHubs-Projekt, unter der Leitung der Giesinger Künstlerin Katharina Schweissguth, ein künstlerisches „Nest“ aus Totholz.

Das Projekt verband auf eindrucksvolle Weise Kunst und Naturschutz: Totholz als wertvoller Lebensraum für zahlreiche Arten wurde kreativ in Szene gesetzt, um seine ökologische Bedeutung sichtbar zu machen und die Akzeptanz in der Stadt zu stärken.

Als offener Treffpunkt unterstützte das Projekt Begegnung, Teilhabe und gemeinschaftliches Handeln im Quartier. Es machte Natur, Kreativität und soziale Verantwortung erfahrbar und setzte ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges, gemeinschaftliches Leben im städtischen Kontext.
Ein erster Prototyp des „Nests“ war bereits im Rahmen des 1. BioDivHubs-Symposiums „Biodiversität denken“ am 14. November 2025 im Ökologischen Bildungszentrum entstanden. Nun wurde die Idee im Stadtraum weiterentwickelt und gemeinsam umgesetzt.

Das fertige „Nest“ wurde am 22. April um 12 Uhr feierlich eröffnet. Alle Interessierten waren herzlich eingeladen, diesen besonderen Moment mitzuerleben. Die Schüler*innen erhielten eine Teilnahmebescheinigung von Green City e.V. und hielten eine Rede über ihre dreitägige Erfahrung. Zudem trug die Dichterin Isis Marschall ein eigens verfasstes Gedicht über „Das Nest“ vor.

Das „Nest“ steht bis zum 20. Mai als offener Treffpunkt, Sitzgelegenheit sowie als Ort für Austausch und Begegnung zur Verfügung.

Text: Dr. Julia Gamberini und Marion Eder ; Fotos: Julia Gamberini

BioDivHubs-Symposium 2025

Tagungsdokumentation und Video.

Wie kann Biodiversität in der Stadt gedacht und gemeinsam gestaltet werden? Rund 50 Teilnehmende aus Wissenschaft, Verwaltung, Naturschutz und Stadtgesellschaft haben sich am 14. November 2025 im Ökologischen Bildungszentrum München (ÖBZ) genau dieser Frage gewidmet.

Das 1. BioDivHubs-Symposium „Biodiversität denken – Vom Verstehen verschiedener Perspektiven zum gemeinsamen Gestalten“ am 14.11.2025 war Teil des Verbundprojekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“. Die komplette Tagungsdokumentation (56 Seiten) und ein stimmungsvoller 3-Minuten-Videoclip sind ab sofort online.

Das Programm im Überblick

  • Philosophischer Impuls: Prof. Dr. Benjamin Rathgeber (Philosophische Hochschule München) und Michael Hebenstreit (Erbach i. Od.)
  • Projektvorstellungen: Zwischenergebnisse aus „BioDivHubs“ – Strukturen schaffen, Citizen Science, Engagement verstehen und vor Ort gestalten
  • Fachgespräch „Rewilding the City“: Zwischen gärtnerischen Bedürfnissen und Naturschutz (u. a. mit Dr. Ernst Habersbrunner, Bund Naturschutz, und Prof. Dr. Monika Egerer, TUM)
  • Drei parallele Workshops
    • WS 1: Die beste Biodiversitätsmaßnahme ist Beziehungspflege!
    • WS 2: Welcher Biodiversitätstyp bin ich? (mit kreativen Horoskopen für 2026)
    • WS 3: Kreativer Praxisworkshop – Ein Nest aus Totholz (Landart-Kunstaktion)

Zentrale Erkenntnisse

Das Symposium hat gezeigt: Biodiversität ist kein rein biologisches Thema, sondern vor allem ein gesellschaftlicher und kultureller Aushandlungsprozess. Erst wenn wir die eigenen Bilder von „Natur“ und „Biodiversität“ reflektieren, können wir Missverständnisse vermeiden und wirklich gemeinsam handeln.

Besonders deutlich wurde das Spannungsfeld in Gemeinschaftsgärten: Hier treffen Freude am Gärtnern, sozialer Zusammenhalt und naturschutzfachliche Anforderungen (z. B. Florenverfälschung vs. lokaler Genpool) aufeinander. Genau dort liegt das große Potenzial des Projekts.

Jetzt downloaden: Die komplette Tagungsdokumentation

Die 56-seitige Dokumentation enthält:

  • Das vollständige Programm
  • Zusammenfassenden Bericht
  • Alle Impulsbeiträge und Workshop-Ergebnisse
  • Fotodokumentation und Impressum

Das 2. BioDivHubs-Symposium findet am 18. November 2026 statt.

Fotos: Marc Haug

Kleine Inseln der Hoffnung

Warum Trittsteinbiotope in der Stadt so wertvoll sind:

Trittsteinbiotope sind viel mehr als nur kleine grüne Flächen zwischen Häusern, Straßen und Asphalt. Sie sind lebendige Oasen, die der Natur eine Chance geben, sich auch in dicht bebauten Stadtgebieten zu entfalten. Blühende Stauden, summende Insekten und farbenfrohe Pflanzen zeigen, dass Natur und Stadt keine Gegensätze sein müssen – sondern sich gegenseitig bereichern können.

Diese kleinen Naturinseln haben eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt in der Stadt. Sie helfen dabei, Lebensräume miteinander zu verbinden, sodass Tiere und Pflanzen sich ausbreiten, Nahrung finden und neue Orte besiedeln können. Besonders für Bestäuberinsekten sind solche Flächen lebenswichtig. Jede Blüte, jede Staude und jede unversiegelte Ecke kann ein wertvoller Rückzugsort sein. Projekte wie die Gestaltung von Trittsteinbiotopen zeigen, wie viel Kraft in gemeinschaftlichem Engagement steckt, wenn Menschen sich für ihre direkte Umgebung einsetzen.

In der Münchner Isarvorstadt hat Green City e.V. im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier insgesamt vier solcher Trittsteinbiotope umgesetzt und angelegt. Diese befinden sich an folgenden Standorten:

  • Bahnwärter Thiel
  • Kapuzinerplatz
  • Blumenstraße
  • Reichenbachplatz

Diese vier Inseln bilden ein kleines Netzwerk, das die Stadt ökologisch vernetzt, Lebensräume schafft und den Menschen gleichzeitig eine Freude macht. Jede Fläche ist ein kleines Meisterwerk aus Pflege, Gestaltung und Engagement.

Doch diese Schönheit zu erhalten, ist harte Arbeit. Die Pflanzen brauchen kontinuierliche Pflege, und leider sind sie manchmal Gefahren ausgesetzt: Vandalismus, das Pflücken von Blumen für den eigenen Küchentisch oder das Betreten sensibler Bereiche führt oft zu Schäden. Auch Müll und achtloses Verhalten beeinträchtigen die Mühe, die in diese kleinen Paradiese gesteckt wird. Viele Stunden Arbeit stecken hinter jeder Blüte, jedem Samen und jeder Biene, die hier eine Heimat findet.

Gleichzeitig gibt es eine unglaublich ermutigende Seite: den großen Zuspruch von Passanten, Anwohnerinnen und Anwohnern. Viele bleiben stehen, beobachten das Summen der Insekten, freuen sich über die Farbenpracht und bedanken sich für die sichtbare Veränderung im Stadtbild. Diese Rückmeldungen zeigen, wie stark solche grünen Inseln emotional wirken können. Sie schaffen Lebensqualität, laden zum Durchatmen ein und schenken ein Stück Natur zurück in den Alltag.

Trittsteinbiotope sind damit nicht nur ein ökologischer Gewinn, sondern auch ein soziales und emotionales Geschenk für die Stadtgemeinschaft. Sie erinnern uns daran, wie wertvoll Gemeinschaft, Naturverbundenheit und Verantwortungsbewusstsein sind. Jeder achtsam behandelte Quadratmeter Natur ist ein Beitrag zu einer lebenswerteren, nachhaltigeren und freundlicheren Stadt.

Text: Marion Eder ; Bilder: © Green City e.V.

Thymian-Sandarium – ein Kräuterbeet für Mensch und Biene

Untersuchungen der TU München haben ergeben, dass im StadtAcker 48 verschiedene Arten von Wildbienen vorkommen. Die Gattung der Hummeln ist zum Beispiel schon mit zehn Arten vertreten. Auch seltene Arten wie die Veränderliche Hummel, die Waldhummel oder die Kleine Gartenblattschneiderbiene wurden von den Wissenschaftlerinnen entdeckt – eine enorme Vielfalt auf so kleiner Fläche.

Es lohnt sich also, einen Garten naturnah und ohne Gifte zu bewirtschaften. Das ist die wichtigste Voraussetzung für die Förderung der Insektenvielfalt. Wer darüber hinaus gezielt etwas für Wildbienen tun möchte, sollte zwei Dinge im Blick behalten: reichlich Blüten für Pollen und Nektar – und sichere, winterfeste Nistplätze für den Nachwuchs. Denn die meisten Wildbienen, rund 75 %, nisten im Boden. Sie graben verzweigte Gänge, an deren Enden Brutzellen liegen: kleine, abgeschlossene Kammern, in denen das Ei und ein Vorrat aus Pollen deponiert werden. Der Boden sollte sandig-locker sein, aber auch lehmige Anteile enthalten, damit die Gänge stabil bleiben. Sandarien – also sandige, weitgehend offene Bodenflächen – sind eine bewährte Maßnahme, um vielen Arten geeignete Nistmöglichkeiten zu bieten.

In einem Gemeinschaftsgarten, der von vielen Menschen genutzt wird, gibt es allerdings kaum Bereiche mit offenem Boden, der ungestört bleiben kann. Jeder Fleck ist bepflanzt mit Blumen, Kräutern, Gemüse oder Beerensträuchern. Die meisten Beete werden gegossen und regelmäßig gelockert. Also kein Platz für Wildbienen? Doch – wenn man die Bedürfnisse von Mensch und Biene miteinander verbindet.

Im StadtAcker wünschte sich die Kräutergruppe zum Beispiel einen eigenen Platz für den Thymian, der zwischen den anderen Kräutern oft untergeht, weil er weniger stark wächst. So entstand die Idee für das Thymian-Sandarium. Wildbienen und Thymian haben nämlich ähnliche Ansprüche: beide mögen einen trocken-warmen Standort, durchlässiges Substrat und volle Sonne, und sie vertragen es gut, wenn der Boden zwischendurch austrocknet.

Aus gebrauchten Ziegelsteinen bauten die Gärtner:innen zwei Hochbeete, die mit wenig Pflanzerde und viel Sand befüllt wurden. Die Ecken wurden mit verschiedenen Wild-Thymianarten bepflanzt, deren Blüten vielen Wildbienen begehrte Nahrung bieten. Der mittlere Bereich der Hochbeete bleibt frei. So kann sich der Thymian konkurrenzfrei ausbreiten – und die Wildbienen finden genügend offenen Boden für ihre Nistplätze.

Das Beet wurde letzten Sommer angelegt. Der Thymian hat den Winter im trockenen Substrat gut überstanden. Ob sich im Frühjahr nun auch die Wildbienen einfinden, wird sich zeigen.

Text und Bilder: Konrad Bucher

BioDivHubs beim 8. Saatgut-Festival!

Am 1. März fand im Ökologisches Bildungszentrum München (ÖBZ) das 8. Saatgut-Festival statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und bot neben einer stark frequentierten Tauschbörse einen großen Info- und Saatgutmarkt, Mitmachaktionen für Kinder sowie eine vielseitige Vortragsreihe. Thematisiert wurden unter anderem Förderprogramme der Landeshauptstadt München für mehr Biodiversität, praktische Tipps für die naturnahe Gartenarbeit, der Umgang mit autochthonen Pflanzen sowie Fragen der Saatgutsouveränität und aktuelle politische Entwicklungen.

Das BioDivHubs-Projekt war gemeinsam mit dem Netzwerk Urbane Gärten München mit einem Infostand vertreten. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung der an der Technische Universität München entwickelten Saatgutmischung zur Förderung artenreicher und standortangepasster Blühflächen im urbanen Raum. Das Interesse war groß: über hundert Saatgut-Tütchen wurden im Laufe des Tages verteilt!

Eine Anleitung zur Anlage einer Blühwiese sowie weiterführende Informationen finden sich im Kapitel „Blühwiese“ unseres Maßnahmenkatalogs (hier zum Download).

Ein herzlicher Dank gilt dem Referat für Klima- und Umweltschutz München (RKU) der Landeshauptstadt München für die wertvolle Unterstützung.

Save the Date: Das 9. Saatgut-Festival am ÖBZ ist für den letzten Februarsonntag des kommenden Jahres geplant.

Text und Bilder: Dr. Julia Gamberini

Achtes Saatgut-Festival im ÖBZ München

Vielfalt erhalten und genießen.

In Zeiten des Klimawandels und zunehmender Abhängigkeit von der Agroindustrie rückt die Erhaltung samenfester Pflanzensorten stärker in den Fokus. Seit Jahrhunderten vermehren Menschen weltweit ihr eigenes Saatgut durch Selektion und Kreuzungen, was eine immense Vielfalt an Kulturpflanzen hervorgebracht hat. Diese regional angepassten Sorten bieten Potenzial, um zukünftige Herausforderungen zu meistern. Doch moderne Züchtungsmethoden, einschließlich Gentechnik und Patentierungen durch Konzerne, bedrohen diese Souveränität. Genau hier setzt das achte Saatgut-Festival an: Es lädt ein, die Vielfalt zu feiern, zu erhalten und zu genießen.

Am Sonntag, den 1. März 2026, von 10:00 bis 17:00 Uhr, verwandelt sich das Ökologische Bildungszentrum München (ÖBZ) in der Englschalkinger Straße 166 in einen Treffpunkt für Gärtner*innen, Naturschützer*innen und Interessierte. Veranstaltet wird das Festival vom ÖBZ, dem Münchner Umwelt-Zentrum und dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN), mit freundlicher Unterstützung des Referats für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München.

Highlights des Festivals

Der Tag steht ganz im Zeichen der Saatgutvielfalt. Besucher*innen erwartet ein großer Saatgut-Markt mit Tauschbörse, wo private Gärtner*innen von 10:00 bis 13:00 Uhr Saatgut austauschen können. Weitere Infos zur Tauschbörse gibt es auf www.oebz.de/saatgutfestival. Zahlreiche Infostände bieten Einblicke in Projekte und Angebote.

Zusätzlich sorgt JIM’S FOODTRUCK für saisonales Bio-Catering aus der Region, und im Sonntagscafé gibt es Kuchen und warme Getränke. Eine interaktive Installation verspricht Überraschungen für alle Altersgruppen.

Ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm beleuchtet Themen von der Praxis bis zur Politik. Für die Kleinen gibt es eine offene Kinderaktion um 14:00, 14:45, 15:30 und 16:15 Uhr.

Praktische Infos

Der Eintritt ist frei. Anfahrt: U4 bis Arabellapark, dann Bus/Tram bis Cosimabad.

Kontakt: Tel. 089/93 94 89-71, E-Mail: frauke.feuss@oebz.de, Web: www.oebz.de/saatgutfestival.

Das Saatgut-Festival ist mehr als eine Veranstaltung – es ist ein Aufruf zur Handlung für eine nachhaltige Zukunft. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie, wie Sie selbst zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt beitragen können!

Alle Infos zu Vorträge, Aktionen und Mitwirkenden finden Sie hier.

Das vom Münchner Umwelt-Zentrum e.V. im ÖBZ gemeinsam mit dem Verein für Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN) organisierte Saatgut-Festival wurde gefördert durch das Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München.

Bild: © Annette Holländer

Gemeinsam für mehr Artenvielfalt! Die BioDivHubs Saatgutmischung für München

Gemeinsam mit ExpertInnen der Technischen Universität München haben wir eine insektenfreundliche Saatgutmischung mit heimischen Wildpflanzen entwickelt. Ziel war es, eine widerstandsfähige Blühwiese für den urbanen Raum zu schaffen, die nicht nur schön aussieht, sondern auch nachweislich zur Förderung der Biodiversität beiträgt.

Die Mischung enthält 31 heimische Arten, die besonders gut an Münchens Klima und Böden angepasst sind. Dazu gehören Pflanzen wie der Wiesen-Salbei, die Skabiosen-Flockenblume, der Scharfe Hahnenfuß und die Wiesen-Margerite. Die Vielzahl der Pflanzen schafft eine reiches Blühangebot von Frühling bis Herbst und bietet wertvolle Nahrung und Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Ein begleitendes Experiment der TUM zeigte, dass die Blühwiese mehrere Wochen Trockenheit ohne Bewässerung übersteht -ein wichtiges Ergebnis angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden in der Stadt, welche mit dem Klimawandel noch an Intensität und Häufigkeit zunehmen werden. Außerdem konnte bestätigt werden, dass sich eine höhere Artenvielfalt dank höherem Bodenbedeckungsgrad und stabilerem Blühangebot positiv auf die Widerstandsfähigkeit und die Resilienz des Ökosystems Blühwiese auswirkt.

Tipps zur Aussaat:
Optimal für die meisten Wildkräuter der Saatgutmischung ist ein sonniger Standort. Für die Vorbereitung des Saatbetts wird der Boden gelockert und bestehende Vegetation entfernt.
Das Saatgut gleichmäßig ausstreuen und leicht andrücken, aber nicht mit Erde bedecken.
Bei Bedarf vorsichtig gießen. Der Boden sollte in den ersten Wochen feucht sein, damit die Pflanzen gleichmäßig keimen.
Geeignete Zeiten für die Aussaat sind im Frühjahr von März bis Mai sowie im Herbst, optimalerweise im September.

Mit jeder neuen Blühfläche entsteht ein kleines Stück lebendige Natur, ein Beitrag zu einer bunteren, artenreicheren Stadt.

Fotos: David Schoo & Julia Gamberini

Rewilding Pflanzaktion am Ackermannbogen: ein Stück Natur kehrt zurück

Am 11. Oktober wurde der Aktionstag „Nachbarn für Nachhaltigkeit“ am Ackermannbogen zu einem Fest für Mensch und Natur: Unter dem Motto „Rewilding Ackermannbogen“ haben wir gemeinsam ein Stück ursprüngliche Natur in die Stadt zurückgeholt. Auf öffentlichem Grund bepflanzten gut 40 engagierte Natur-Begeisterte eine 80 qm-große Bauminsel mit rund 400 Pflanzen. Es sind 30 heimische Wildpflanzenarten, die von Natur aus an den halbschattigen und durchwurzelten Standort angepasst sind:

Darunter sind Frühlingsblumen wie Buschwindröschen und Lungenkraut, aber auch höhere Arten wie Waldgeißbart und Silberblatt, außerdem unterschiedliche Farne und Gräser. Ein wertvoller Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die Aktion war der Höhepunkt mehrerer intensiver Vorbereitungseinsätze seit dem Frühjahr und wurde nun im Rahmen des Festes mit viel Freude und Teamgeist abgeschlossen. Für das leibliche Wohl sorgte das Team der StadtNatur vom Ackermannbogen e.V., während Karin Traxler mit einer künstlerischen Mitmachaktion für große und kleine Gäste kreative Impulse setzte.
Gemeinsam haben wir nicht nur gepflanzt, sondern auch ein lebendiges Zeichen für biologische Vielfalt gesetzt und unser Viertel ein Stück grüner und lebenswerter gemach

Fotos: David Schoo

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