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9. September 2026

Neues Laichgewässer für die Wechselkröten am ÖBZ

Ein langer Wunsch ist Wirklichkeit geworden: Am Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) in München wurde in den letzten Wochen im Rahmen des BioDivHubs-Projekts ein neues Laichgewässer für die Wechselkröten angelegt. Diese Biodiversitätsmaßnahme ist nicht nur ein Gewinn für die bedrohte Amphibienart, sondern auch ein Beispiel für gelungenen Artenschutz durch Gemeinschaftsengagement und fachkundige Planung.

Warum ein neues Gewässer für die Wechselkröte?

Die Wechselkröte (Bufotes viridis) ist eine faszinierende, aber stark gefährdete Amphibienart, die in München heimisch ist. Vor der Wiedervereinigung war die Region sogar das wichtigste Vorkommen dieser Art in ganz Deutschland. Doch durch Bebauung, Trockenlegung von Feuchtgebieten und den Verlust geeigneter Laichgewässer schwindet ihr Lebensraum.

Wechselkröten haben spezielle Ansprüche an ihre Fortpflanzungsstätten. Die bisherigen Gewässer am ÖBZ erfüllen diese Bedingungen nur teilweise. Der extra für Wechselkröten angelegte Teich im Experimentiergarten des ÖBZ bietet nur wenig Platz, und die Technik zum Ablassen des Wassers ist verbesserungswürdig.  Deshalb wurde nach einer nachhaltigen Lösung gesucht.

Planung, Umsetzung und Vorteile

Gemeinsam mit Expert*innen vom Amphibienbiotop am Denninger Anger und der BN-Ortsgruppe München Ost wurde daher entstand im Sandarium hinter der neuen Trockenmauer ein gut 40 m² großes, ablassbares Laichgewässer konzipiert. Wie wurde das Gewässer angelegt?

  1. Sand als Basis: Der Untergrund besteht aus einer Sandschicht, die sich leicht modellieren lässt.
  2. Bau der Teichgrube: Die Grube wurde ausgehoben und mit einem Vlies und einer robusten EPDM-Folie ausgekleidet.
  3. Ablaufsystem: Ein kontrollierbarer Abfluss wurde integriert, um das Gewässer bei Bedarf gezielt zu entleeren.
  4. Schutz vor UV-Strahlung und Nutzung: Eine Betonabdeckung schützt die Folie vor Sonneneinstrahlung und ermöglicht Pflegemaßnahmen, ohne die Struktur zu beschädigen.

Das Ablass-System ist aus mehreren Gründen eine besondere Lösung für das neue Laichgewässer der Wechselkröten. Erstens schafft es einen naturnahen Lebensraum, der den Bedürfnissen der Amphibien perfekt entspricht. Wechselkröten legen ihre Eier ausschließlich in temporäre Gewässer, die im Sommer austrocknen und das System ermöglicht genau diese Dynamik. Zweitens beugt es einer Überwucherung vor und vereinfacht es die Pflege des Gewässers erheblich. Ohne regelmäßiges Ablassen würden sich schnell zu viele Pflanzen ansiedeln, die das Gewässer für die Wechselkröten unattraktiv machen. Das System hält den Teich in einem Zustand, der den natürlichen Bedingungen entspricht, die die Art zum Laichen benötigt. „Diese Methode mit dem Abfluss praktizieren wir seit über 20 Jahren, und sie hat sich absolut bewährt. Wir hoffen, dass das die Wechselkröten-Population hier weiter voranbringt.“sagt der Amphibienexperte Stefan Freiberger.

Es wird mit Spannung erwartet, wie die Wechselkröten das Laichgewässer im kommenden Frühjahr annehmen werden. Denn dass sie sich in der Umgebung bereits aufhalten, ist sicher: Zwei Tage, nachdem der Teich aufgefüllt wurde, war während der Abenddämmerung der Wechselkröten-Gesang – das untrügliche Trällern – aus der Trockenmauer am Sandarium zu hören. Die Trockenmauer mit ihren vielen Lücken und Spalten bietet den Tieren einen optimalen Überwinterungsplatz. Erstaunlich, wie schnell die Art ihren Lebensraum entdeckt hat.

Das neue Laichgewässer am ÖBZ ist ein wichtiger Baustein für den Amphibienschutz im Münchner Osten und ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Es zeigt, was erreicht werden kann, wenn Fachwissen, Engagement und Gemeinschaft zusammenkommen.

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Text: Dr. Julia Gamberini ; Bilder: Konrad Bucher

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