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7. April 2026

Pflanzaktion einer Vielfaltshecke

Zum Erntedankfest im Oktober 2025 wurde im Gemeinschaftsgarten „Mingas Permadies“ eine Vielfaltshecke gepflanzt – ein wertvoller Beitrag für mehr Biodiversität. In Teamarbeit haben die GärtnerInnen zusammen mit freiwilligen HelferInnen heimische Baum- und Straucharten wie die Haferschlehe, Kornelkirsche, Hollunder, Haselnuss, Gemeine Pimpernuss, Felsenbirne und Steinweichsel gepflanzt. Im Frühjahr 2026 wurden weitere Beerensträucher wie die Johannisbeere, Stachelbeere, Brombeere und Himbeere ergänzt. Die Pflanzung wurde mit Totholz umrahmt und mit Hackschnitzeln gemulcht, um das Wachstum von Gräsern und Beikräutern zu unterdrücken. Das Totholz bietet zudem Insekten sowie kleinen Säugetieren und Amphibien Unterschlupf.

Vielfaltshecken sind bedeutende Lebensräume für zahlreiche heimische Arten und unterscheiden sich deutlich von klassischen, formgeschnittenen Hecken, die oft nur aus einer einzigen Pflanzenart wie Thuja oder Hainbuche bestehen. Stattdessen setzen sie sich aus einer abwechslungsreichen Mischung heimischer Sträucher, Gehölze und kleinbleibender Baumarten zusammen. Die Beeren sind für viele Tiere eine wichtige Nahrungsquelle und viele davon auch für den Menschen essbar und reich an Vitaminen.

Neben ihrem ökologischen Nutzen überzeugen Vielfaltshecken auch durch praktische und gestalterische Aspekte. Sie dienen als natürlicher Wind- und Sichtschutz, verbessern das Kleinklima, schützen vor Bodenerosion und mindern die Auswirkungen von Extremwetterereignissen. Gleichzeitig bereichern sie mit ihren Blüten und Früchten das Landschaftsbild auf attraktive Weise.

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und Flurbereinigungen sind viele dieser wertvollen Elemente in der Vergangenheit verloren gegangen. Einen Gegentrend setzen Agroforstsysteme, in denen mehrjährige Kulturen als Baumreihen oder Hecken in den Acker integriert werden. Hecken fungieren als wichtige Verbindungselemente zwischen verschiedenen Lebensräumen wie Wiesen, Äckern und Wäldern.

Auch im städtischen Raum dienen sie vielen Tierarten als geschützter Wanderkorridor.
Die gemeinsame Pflanzaktion hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch gezeigt, wie einfach und wirkungsvoll Naturschutz im Kleinen sein kann. Jede neu gepflanzte Hecke leistet einen wertvollen Beitrag für mehr Artenvielfalt und macht Umweltbildung und Umweltschutz erlebbar. Die Mühen werden mit leckeren Beeren belohnt, aus denen Marmelade, Sirup und andere Köstlichkeiten hergestellt werden können, welche das nächste Erntedankfest bereichern werden.

Vielfaltshecke mit Totholz, Mingas Permadies

Text und Foto: David Schoo

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