Workshop Sandarium
Im Jahr 2025 fanden in mehreren Studiengärten, die sich im BioDivHubs Projekt beteiligen, Workshops zum Bau von sogenannte Sandarien statt. Dabei handelt es sich um trockene, vegetationsarme und gut besonnte Sandflächen, die gezielt als Nistplatz für Wildbienen und andere Insekten angelegt werden. Oftmals in Kombination mit Trockensteinmauern, bieten diese Strukturen Raum zum Nisten und die Möglichkeit zu überwintern. Die Vorteile dieser Sand- und Steinstrukturen sind vielfältig: Steine speichern die Wärme der Sonne und geben sie nachts langsam wieder ab, wodurch ein ausgeglichenes Mikroklima entsteht.
Um die Artenvielfalt zu fördern, braucht es neben Blühwiesen mit heimischen Wildpflanzen als Nahrungsangebot auch geeignete Habitate, die als Nist- und Wohnraum dienen. Vielfältige Strukturen, neben Totholz auch offener Boden, Sand, sowie Felsspalten und Fugen, bieten Insektenschutz vor rauer Witterung und vor Fressfeinden. In Spalten, Rissen und Hohlräumen zwischen den Steinen finden viele Arten, darunter auch Reptilien, sichere Verstecke und geeignete Überwinterungsplätze.
Ein besonderer Fokus liegt beim Sandarium auf den bodennistenden Insekten. Viele Arten verbringen einen Teil ihres Lebens unter der Erde und sind auf offenen Boden angewiesen. Bei den Wildbienen sind es etwa 60 bis 80 Prozent der Arten, die ihre Nester im Boden anlegen. Dabei hat jede Art eigene Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit und Temperatur. Die meisten bevorzugen sonnige, warme und trockene Standorte – ideale Bedingungen, wie sie beispielsweise an einem nach Süden ausgerichteten Hang vorzufinden sind.
Gerade in Städten sind solche Bedingungen jedoch selten geworden. Große Flächen sind versiegelt und selbst scheinbar geeignete Orte wie Fugen zwischen Pflastersteinen sind häufig mit Schadstoffen belastet oder zu stark verdichtet. Für bodennistende Insekten fehlt es daher oft an geeigneten Nisthabitaten.
Die Umsetzung der Sandarien in den Gemeinschaftsgärten folgte dabei einem einfachen Prinzip. Es wurden sonnige Bereiche ausgewählt, der Boden teilweise abgetragen und mit geeignetem Sand ca. 30-50 cm tief aufgefüllt. Als Umrandung wurden Steine oder Trockenmauern verwendet, welche zusätzliche Struktur und Wärme bieten. Bei der Pflege sollte man darauf achten, dass ein Teil der Fläche dauerhaft offen und möglichst ungestört bleibt.
Ein Sandarium lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand, idealerweise aus regional verfügbaren Materialien, umsetzen. Der Platzbedarf ist gering, schon kleine Flächen von 1-2 m² können einen wichtigen Beitrag zur Fortpflanzung von Wildbienen leisten. Sandarien sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich ökologische Anforderungen und die Nutzung durch Menschen miteinander verbinden lassen, ein inspirierendes Beispiel ist das Thymian Sandarium im Stadtacker. Sie brauchen wenig Platz, fügen sich gut in bestehende Gartenstrukturen ein und können gleichzeitig eine große Wirkung entfalten. Wie schnell die neuen Lebensräume angenommen werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die ersten Wildbienen Gänge wurden schon entdeckt. Und neben Wildbienen dachte sich auch ein Hase, dass sich das Sandarium gut für seinen Bau eignet (O´pflanzt is).




Sandarium im Freihamer Freiluftgarten, Sonnengarten Solln und O´pflanzt is
Fotos: Cristof-Ansarian Annika, David Schoo
Text: David Schoo