Zum Hauptinhalt springen

Monat: Mai 2026

Ein Nest für Menschen

Wie Kunst und Biodiversität in München zusammenfinden.

Mitten in München ist etwas Besonderes entstanden: ein großes, begehbares Nest aus Ästen, Zweigen, Laub und Moos. Kein klassisches Kunstwerk mit Absperrband und „Bitte nicht berühren“, sondern ein lebendiger Ort zum Mitmachen, Austauschen und Verweilen. Das Projekt „Das Nest“ ist Teil des Verbundprojekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ und wurde von Green City e.V. gemeinsam mit der Giesinger Künstlerin Katharina Schweissguth und der Lehrkraft Nadja Gruber mit der 7a der Mittelschule an der Fromundstraße umgesetzt.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie kraftvoll: Menschen bauen gemeinsam einen Raum aus Naturmaterialien – inspiriert vom Nestbau der Vögel. Dabei entsteht nicht nur eine organische Struktur, sondern auch ein Ort der Begegnung.

Biodiversität erlebbar machen

Das Nest ist Teil des größeren Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“. Ziel dieses Münchner Verbundprojekts ist es, biologische Vielfalt direkt in die Stadtviertel zu bringen und gemeinsam mit den Bewohner*innen neue Lebensräume für Pflanzen, Insekten und andere Tiere zu schaffen.

In Modellquartieren wie Giesing oder der Isarvorstadt entstehen dabei nicht nur Blühflächen und begrünte Innenhöfe, sondern auch Orte des Lernens und Mitgestaltens. Die sogenannten BioDivHubs verbinden Nachbarschaft, Wissenschaft, Umweltbildung und kreatives Engagement miteinander.

Gerade Projekte wie „Das Nest“ zeigen, dass Biodiversität weit mehr ist als Naturschutz im klassischen Sinne. Es geht auch darum, die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu zu erleben – mitten im urbanen Alltag.

Kunst, die verbindet

Für Katharina Schweissguth steht der Nestbau symbolisch für ein menschliches Grundbedürfnis: Schutz, Gemeinschaft und Geborgenheit. Besonders spannend ist dabei die Arbeitsweise: gebaut wird ohne festen Plan, nur mit den vorhandenen Naturmaterialien und gemeinsamer Körperkraft – ähnlich wie Vögel ihre Nester erschaffen.

Genau darin liegt die besondere Qualität des Projekts. Wer mitbaut, erlebt unmittelbar, wie aus einzelnen Zweigen Schritt für Schritt ein gemeinsamer Raum entsteht. Menschen kommen ins Gespräch, helfen einander und entdecken dabei ganz nebenbei die Schönheit und Bedeutung natürlicher Materialien.

Das Nest wird so zu einem Symbol dafür, wie Stadtgesellschaft funktionieren kann: offen, gemeinschaftlich und im Einklang mit der Natur.

Green City e.V. als Motor für urbane Stadtnatur

Green City e.V. engagiert sich seit vielen Jahren für nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz und urbanes Grün in München. Im Rahmen der BioDivHubs koordiniert der Verein zahlreiche Mitmachformate, Workshops und Aktionen, die zeigen, wie Biodiversität direkt vor der eigenen Haustür gefördert werden kann.

Besonders schön: Die Projekte richten sich ausdrücklich an alle Menschen im Quartier. Vorkenntnisse braucht es nicht – nur Neugier und Lust, gemeinsam aktiv zu werden.

Ein temporärer Ort mit bleibender Wirkung

Auch wenn das Nest selbst vergänglich ist und sich mit der Zeit wieder in die Natur zurückverwandelt, bleibt seine Wirkung bestehen. Es schafft Aufmerksamkeit für Stadtnatur, regt Gespräche an und macht sichtbar, wie gemeinschaftliche Aktionen öffentliche Räume verändern können.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft des Projekts: Biodiversität beginnt nicht irgendwo weit draußen, sondern direkt dort, wo Menschen zusammenkommen, gestalten und Verantwortung übernehmen. Manchmal reicht dafür schon ein Haufen Äste – und die Bereitschaft, gemeinsam etwas wachsen zu lassen.

Text und Bilder: Marion Eder.

Heute ist Weltbienentag

Wenn wir über Bienen sprechen, denken viele zuerst an Honigbienen. Doch in Deutschland leben über 500 Wildbienenarten, darunter Hummeln, Mauer- oder Sandbienen. Viele von ihnen sind bedroht und für unsere Ökosysteme genauso wichtig wie die Honigbiene.

Honigbienen sind Generalistinnen: Sie nutzen viele verschiedene Blütenpflanzen und können weite Strecken fliegen. Viele Wildbienen dagegen sind spezialisiert und auf ganz bestimmte heimische Pflanzen oder Familien angewiesen. Manche schaffen nur wenige hundert Meter bis zur nächsten Nahrungsquelle. Genau deshalb sind vielfältige, naturnahe Blühflächen in der Stadt so wichtig!

Im BioDivHub-Projekt setzen wir uns für mehr Biodiversität in München ein: mit urbanen Gärten, naturnahen Flächen und gemeinschaftlichem Engagement für Mensch und Natur.

Was hilft?
✔️ heimische Pflanzen
✔️ weniger Mähen
✔️ wilde Ecken zulassen
✔️ pestizidfreie Gärten
✔️ mehr Lebensräume statt nur mehr Bienenstöcke

Fotos: David Schoo

Gefördert durch:

Mit Unterstützung von:

Deutsche Postcode Lotterie
Patagonia