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Monat: Oktober 2025

Planungsworkshop: Biodiversität vertikal!

Wie kann in unseren dichten Innenstädten Platz für Natur entstehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops „Biodiversität vertikal! Wie Balkone und Fassaden Lebensräume schaffen“, der am 21. Oktober im Büro von Green City e.V. stattfand.

15 Teilnehmer:innen mit unterschiedlicher Gartenerfahrung – von neugierigen Balkonneulingen bis zu erfahrenen Stadtgärtner:innen – beschäftigten sich mit den Möglichkeiten des vertikalen Gärtnerns. Nach einem spannenden Input von Magdalena Engl und Marion Eder zur Fassadenbegrünung ging es direkt in die Praxis: In drei Standortgruppen (schattig, halbschattig und sonnig) entwickelten die Teilnehmenden individuelle Pflanzpläne für Balkone und Hausfassaden.

Im Mittelpunkt standen dabei heimische Kletterpflanzen sowie Arten, die in die Höhe wachsen oder überhängend gedeihen. Diese Pflanzen können selbst auf kleinstem Raum wertvolle Lebensräume für Insekten, Bienen, Schmetterlinge und Vögel schaffen. Die ausgewählten Pflanzen zeichnen sich durch Insektenfreundlichkeit aus und fördern so die lokale Biodiversität.

Neben der ökologischen Bedeutung bieten Fassadenbegrünungen weitere Vorteile:

  • Klimaanpassung: Sie kühlen die Gebäudeoberflächen im Sommer und tragen zur Reduzierung von Hitzeinseln in der Stadt bei.
  • Luftreinigung: Begrünte Fassaden filtern Staubpartikel und Schadstoffe aus der Luft.
  • Schallschutz: Sie können den Geräuschpegel in belebten Innenstädten verringern.
  • Energieeinsparung: Durch zusätzliche Dämmwirkung können Fassadenbegrünungen Heiz- und Kühlkosten senken.
  • Gestaltung & Wohlbefinden: Sie verschönern das Stadtbild, schaffen Sichtschutz und tragen zum psychischen Wohlbefinden der Bewohner:innen bei.

Der Workshop bot Raum für Austausch, Inspiration und gemeinsames Planen und zeigte, wie mit etwas Kreativität und Wissen selbst kleine Flächen ein großes ökologisches Potenzial entfalten können.

„Biodiversität vertikal“ machte Lust auf mehr Stadtgrün und darauf, mit jeder begrünten Wand und jedem bepflanzten Balkon einen Beitrag zu einer gesünderen, grüneren Stadt zu leisten. Der Workshop könnte der Auftakt für eine Reihe weiterer Veranstaltungen sein. Für mehr Informationen schreiben Sie bitte an biodiversitaet@greencity.de


Text: Dr. Julia Gamberini, Marion Eder; Bilder: Julia Gamberini

Gemeinsam für mehr Artenvielfalt! Die BioDivHubs Saatgutmischung für München

Gemeinsam mit ExpertInnen der Technischen Universität München haben wir eine insektenfreundliche Saatgutmischung mit heimischen Wildpflanzen entwickelt. Ziel war es, eine widerstandsfähige Blühwiese für den urbanen Raum zu schaffen, die nicht nur schön aussieht, sondern auch nachweislich zur Förderung der Biodiversität beiträgt.

Die Mischung enthält 31 heimische Arten, die besonders gut an Münchens Klima und Böden angepasst sind. Dazu gehören Pflanzen wie der Wiesen-Salbei, die Skabiosen-Flockenblume, der Scharfe Hahnenfuß und die Wiesen-Margerite. Die Vielzahl der Pflanzen schafft eine reiches Blühangebot von Frühling bis Herbst und bietet wertvolle Nahrung und Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Ein begleitendes Experiment der TUM zeigte, dass die Blühwiese mehrere Wochen Trockenheit ohne Bewässerung übersteht -ein wichtiges Ergebnis angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden in der Stadt, welche mit dem Klimawandel noch an Intensität und Häufigkeit zunehmen werden. Außerdem konnte bestätigt werden, dass sich eine höhere Artenvielfalt dank höherem Bodenbedeckungsgrad und stabilerem Blühangebot positiv auf die Widerstandsfähigkeit und die Resilienz des Ökosystems Blühwiese auswirkt.

Tipps zur Aussaat:
Optimal für die meisten Wildkräuter der Saatgutmischung ist ein sonniger Standort. Für die Vorbereitung des Saatbetts wird der Boden gelockert und bestehende Vegetation entfernt.
Das Saatgut gleichmäßig ausstreuen und leicht andrücken, aber nicht mit Erde bedecken.
Bei Bedarf vorsichtig gießen. Der Boden sollte in den ersten Wochen feucht sein, damit die Pflanzen gleichmäßig keimen.
Geeignete Zeiten für die Aussaat sind im Frühjahr von März bis Mai sowie im Herbst, optimalerweise im September.

Mit jeder neuen Blühfläche entsteht ein kleines Stück lebendige Natur, ein Beitrag zu einer bunteren, artenreicheren Stadt.

Fotos: David Schoo & Julia Gamberini

Geophyten-Pflanzaktion im ÖBZ: gemeinsames Pflanzen für mehr Artenvielfalt

Am Samstag, den 18. Oktober, fand unsere Geophyten-Pflanzaktion bei herrlichstem Herbstwetter statt. Die Stimmung war entspannt und die Aktion ist rundum gut gelaufen. Insgesamt nahmen 23 Personen teil, darunter vier Kinder und erfreulicherweise auch einige ganz neue Gesichter, die sich spontan angeschlossen haben.

In sechs Kleingruppen machten wir uns entlang des Grünzugs daran, die vorbereiteten Zwiebeln und Rhizome an geeigneten Standorten einzupflanzen. Gepflanzt wurden:

  • Schneeglöckchen
  • Märzenbecher
  • Zweiblättriger Blaustern
  • Gefingerter Lerchensporn
  • Buschwindröschen
  • Gelbes Windröschen

Diese heimischen Frühlingsblüher (Geophyten) spielen eine wichtige Rolle für die heimische Tierwelt. Besonders für spezialisierte Wildbienenarten sind sie eine unverzichtbare Nahrungsquelle im zeitigen Frühjahr, wenn sonst noch wenig blüht.

Vor dem Pflanzen erklärten wir anschaulich, welche Bedeutung diese Blüten für Wildbienen haben und wie jede Art ihre ganz eigenen Bestäuber anzieht. Mithilfe aktueller Forschungsergebnisse der Technischen Universität München (TUM) konnten wir außerdem eine beeindruckende Liste mit über 40 Wildbienenarten vorstellen, die in den letzten Jahren im ÖBZ-Garten entdeckt wurden.

Auch Prof. Dr. Monika Egerer war mit dabei und stellte sowohl die wissenschaftliche Arbeit der TUM als auch den liebevoll gestalteten Wildbienen-Comic von Valentina Arros vor, der Kindern (und Erwachsenen!) auf spielerische Weise die faszinierende Welt der Wildbienen näherbringt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitangepackt, gepflanzt und erklärt haben!
Solche Aktionen zeigen, wie gemeinsames Engagement und Wissenstransfer direkt zu mehr Biodiversität und Naturerlebnis in der Stadt beitragen können.


Bilder: ©Marc Haug; Text: Konrad Bucher

Rewilding Pflanzaktion am Ackermannbogen: ein Stück Natur kehrt zurück

Am 11. Oktober wurde der Aktionstag „Nachbarn für Nachhaltigkeit“ am Ackermannbogen zu einem Fest für Mensch und Natur: Unter dem Motto „Rewilding Ackermannbogen“ haben wir gemeinsam ein Stück ursprüngliche Natur in die Stadt zurückgeholt. Auf öffentlichem Grund bepflanzten gut 40 engagierte Natur-Begeisterte eine 80 qm-große Bauminsel mit rund 400 Pflanzen. Es sind 30 heimische Wildpflanzenarten, die von Natur aus an den halbschattigen und durchwurzelten Standort angepasst sind:

Darunter sind Frühlingsblumen wie Buschwindröschen und Lungenkraut, aber auch höhere Arten wie Waldgeißbart und Silberblatt, außerdem unterschiedliche Farne und Gräser. Ein wertvoller Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die Aktion war der Höhepunkt mehrerer intensiver Vorbereitungseinsätze seit dem Frühjahr und wurde nun im Rahmen des Festes mit viel Freude und Teamgeist abgeschlossen. Für das leibliche Wohl sorgte das Team der StadtNatur vom Ackermannbogen e.V., während Karin Traxler mit einer künstlerischen Mitmachaktion für große und kleine Gäste kreative Impulse setzte.
Gemeinsam haben wir nicht nur gepflanzt, sondern auch ein lebendiges Zeichen für biologische Vielfalt gesetzt und unser Viertel ein Stück grüner und lebenswerter gemach

Fotos: David Schoo

Wildes Leben zwischen Häusern

Eine Ausstellung zur biologischen Vielfalt im Quartier 

Die Ausstellung zeigt dokumentarische und künstlerische Beiträge, mit denen wir Natur in der Stadt sichtbar und erlebbar machen wollen. 

Schon im letzten Jahr präsentierten wir Bilder von heimischen Wildpflanzen, die von der Nachbarschaft auf Balkonen gepflegt werden. Dieses Jahr kommen neue Fotos hinzu – von Pflanzen und Insekten, von Aktionen im öffentlichen Raum und von Druckgrafiken aus einer Kunstaktion. 

Die fotografische Sammlung dient auch einer Untersuchung zur Stadtnatur, die von der TU München durchgeführt wird. Neben dem wissenschaftlichen Blick entdecken wir die Schönheit dieser Naturerlebnisse – sie können inspirieren und motivieren, sich für mehr Artenvielfalt in der Stadt einzusetzen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den künstlerischen Arbeiten zur Insektenvielfalt, die bei der Rewilding-Aktion am 11. Oktober entstanden sind. 

So entsteht ein vielschichtiger Blick auf das „wilde Leben“ zwischen Häusern – gemeinsam gestaltet, kreativ interpretiert und wissenschaftlich begleitet. 

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier

Bild: Ruth Mahla

1. BioDivHubs-Symposium am 14.11.2025 – Einladung

Biodiversität denken – Vom Verstehen verschiedener Perspektiven zum gemeinsamen Gestalten. Ein Symposium im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ am Freitag, 14.11.2025 von 9.30 bis 16.30 Uhr im ÖBZ.
Welchen Blick haben wir auf Biodiversität? Das Symposium lädt dazu ein, biologische Vielfalt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten: philosophisch, ästhetisch, ökologisch und künstlerisch.
Wir stellen uns der Frage, wie wir aus verschiedenen Blickwinkeln gemeinsam Wege für eine lebendige Stadtnatur entwickeln können, die nachhaltig wirken und hohe Akzeptanz erfahren. Wir starten mit einem Impuls von Prof. Dr. Benjamin Rathgeber, Hochschule für Philosophie München. Nach diesem Impuls erwarten Sie Beiträge weiterer Expertinnen, kreative Workshops, Austauschformate und eine spielerische Annäherung an das Thema. Für wen? Für Beteiligte im Projekt BioDivHubs, Gärtnerinnen, Fachleute und alle, die sich für Stadtnatur und Biodiversität interessieren.
Wo? Ökologisches Bildungszentrum (ÖBZ), Englschalkinger Str. 166, 81927 München
Wann? Freitag, 14. November 2025, 9:30 – 16:30 Uhr
Teilnahmegebühr: keine
Plätze: max. 45
Anmeldung: Anmeldung erforderlich beim ÖBZ

Alle Infos auch in unserem Flyer

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir uns beim Symposium im ÖBZ sehen.
Gerne können Sie diese Einladung an Interessierte weiterleiten.

Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt

Neuer Praxisleitfaden zur Förderung biologischer Vielfalt in urbanen Gärten

Das Projekt BioDivHubs veröffentlicht seinen Maßnahmenkatalog: „Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt – Ein Katalog mit Anleitungen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen“. Die Publikation ist ab sofort als gedruckte Ausgabe und als kostenfreies E-Book bei TUM.University Press erhältlich. Ziel des Katalogs ist es, Gärtner*innen, Stadtbewohner*innen sowie engagierte Initiativen dabei zu unterstützen, gezielte Maßnahmen für mehr Artenvielfalt im urbanen Raum umzusetzen. Ob privater Garten, Gemeinschaftsgarten oder öffentlicher Grünraum – die vorgestellten Maßnahmen bieten praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, die die Biodiversität fördern und zur ökologischen Aufwertung städtischer Lebensräume beitragen.

Gärtnerinnen gestalten biologische Vielfalt in der Stadt

„Gärten sind Orte, an denen wir der Natur unmitelbar begegnen – und sie aktiv mitgestalten können“, sagt das Projekteam von BioDivHubs. „Gärtner*innen spielen eine zentrale Rolle bei der Pflege urbaner Ökosysteme und dem Erhalt städtischer Biodiversität. Unser Ziel ist es, dieses Potenzial mit praktischen und leicht umsetzbaren Maßnahmen zu unterstützen. Dieser Katalog ist ein Aufruf aktiv zu werden und erste Schrite zu gehen, kreativ zu sein, Fehler zu machen, gemeinsam zu lernen und Erfahrungen auszutauschen, um unsere städtischen Ökosysteme nachhaltig zu gestalten und die Biodiversität zu fördern.“
Der Maßnahmenkatalog richtet sich an alle, die in ihrem Umfeld Biodiversität fördern möchten –unabhängig von Vorkenntnissen oder Flächengröße. Die Empfehlungen reichen von der Auswahl insektenfreundlicher Pflanzen und dem Anlegen von Blühbereichen, Vielfaltshecken, Fassadenbegrünungen, Totholzstrukturen oder Sand- und Steinstrukturen bis zum Bau von Nisthilfen und der Gestaltung naturnaher Teiche. Bei der Entwicklung der Maßnahmen wurden vorhandene Erkenntnisse zur Wirkung auf die biologische Vielfalt berücksichtigt. Grundlage sind Ergebnisse aus der ökologischen Forschung in Gemeinschaftsgärten sowie wissenschaftliche Fachliteratur. Diese Forschungsergebnisse wurden mit der jahrelangen Praxiserfahrung von Gärtner*innen aus Gemeinschaftsgärten kombiniert.
Der Katalog ist ein Ergebnis des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“, das Gartenbegeisterte, Nachbarschaften, Wissenschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen für mehr biologische Vielfalt in der Stadtnatur zu entwickeln. Die Verbundpartner dieses vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts sind die BürgerStiftung München, Green City e.V., das Münchner Umwelt-Zentrum e.V. im ÖBZ in Kooperation mit Ackermannbogen e.V., die Technische Universität München (TUM) und das Museum für Naturkunde Berlin.


Kontakt:
Projektteam BioDivHubs
E-Mail: info@biodivhubs.net


Text: Projektteam BioDivHubs ; Titelbild-Illustration: Valentina Arros

Gefördert durch:

Mit Unterstützung von:

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