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Monat: Juli 2026

Neues Trockenmauer-Biotop mit Sandarium

Im Frühjahr 2026 wurde die südlich ausgerichtete Fläche im Saumbereich der ans ÖBZ angrenzenden Memeler Straße, auf der früher vornehmlich Topinambur angebaut wurde, umgestaltet. Zunächst wurde die Fläche so vorbereitet, dass man auf ihr eine Natursteinmauer errichten konnte. Mit Unterstützung der Ausbildungsabteilung des Bereichs Gartenbau der Landeshauptstadt München wurde hier eine 20 Meter lange Trockenmauer aufgeschichtet und der Bereich dahinter mit Sand aufgeschüttet.

Diese biodiversitätsfördernde Maßnahme umfasst neben der Trockenmauer ein Sandarium und Totholz und wird im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ weiterentwickelt. Demnächst wird sie noch um ein Laichgewässer für Wechselkröten bereichert.

In unmittelbarer Nähe befinden sich das „Rewilding the City“ – Schaubeet und vor dem Haus das inklusive Hochbeet mit heimischen Wildstauden – ebenfalls Aktivitäten, die im Zuge des BioDivHubs-Projekts entstanden sind. Das Hochbeet ist so geformt, dass Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen auch daran arbeiten können. Einen Beitrag über dieses besondere Hochbeet für heimische Spezialisten findet ihr hier).

Angrenzend an die Trockenmauer und das Schaubeet ist die neue Wildbienen-Lernstation installiert, sodass man an diesem Ort auf dichtem Raum vielfältige Biotopstrukturen zeigen kann, was insgesamt das ÖBZ-Gelände als Lernort für Biodiversität aufwertet.

Die Wissenschaftsillustratorin und Künstlerin Valentina Arros hat für das BioDivHubsprojekt schon viele Rewilding-Maßnahmen illustriert – nun hat sie auch diese wunderschöne Lernstation aufwändig gestaltet. Hier kann man spielerisch in das Leben der Wildbienen eintauchen – und im Sommer daneben ihre Nahrungspflanzen in voller Blüte erleben. Wer sich ein bißchen Zeit nimmt, und genau hinschaut, kann auch schon einige Arten unterscheiden lernen…


Text: ÖBZ, Ruth Mahla; Bilder: Ruth Mahla

Hochbeet für heimische Spezialisten

Als mobile Begrünungsmaßnahme bieten Hochbeet gerade im verdichteten Siedlungsbereich attraktive Möglichkeiten. Meist werden Hochbeete mit nährstoffreichem Substrat gefüllt und mit üppig wachsenden Arten wie Sommerblumen und Gemüse bepflanzt, die in kurzer Zeit eine prächtige Optik erzielen. Diese Arten müssen aber auch viel gegossen werden, was in heißen, trockenen Sommern zum Problem werden kann – besonders dann, wenn die Beete an öffentlichen Plätzen oder in Schulhöfen stehen, wo sie nicht ständig bewässert werden können wie auf dem Privatbalkon.

Es gibt aber auch heimische Arten, die mit diesem Hitze- und Trockenstress besser zurechtkommen und weniger Wasser und Pflege benötigen als die übliche Hochbeet-Bepflanzung. Als heimische Pflanzen sind sie für nahrungssuchende Insekten besonders interessant und daher auch ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Biodiversität.

In der richtigen Kombination bietet die sogenannte Magerrasenvegetation eine attraktive Optik. Manch seltener Art ist uns gar nicht bekannt und kann im Hochbeet aus einer neuen Perspektive kennengelernt werden – neben den vielen Insekten, die sich hier einfinden werden.

Wir haben folgende Arten für den vollsonnigen Standort ausgewählt:

  • Edelgamander (Teucrium chamaedrys)
  • Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia)
  • Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum)
  • Quendel (Thymus pulegioides)
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Schafschwingel (Festuca ovina)
  • Skabiosenflockenblume (Centaurea scabiosa)
  • Staudenlein (Linum perenne)
  • Taubenskabiose (Scabiosa columbaris)

Unser Hochbeet ist für Rollstuhl-Fahrer*innen konzipiert und kann an einer Seite unterfahren werden. Dadurch entsteht partiell eine flache Substratschicht, in der nur Trockenheits-Spezialisten gedeihen können.

Diese Biodiversitätsmahme entstand 2025/26 im Rahmen des vom BfN geförderten Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“.

© Marc Haug

Koordinaten: 48.153080780583025, 11.634766797819493

Weitere Fotos findet ihr auf der Website des ÖBZ

Bericht vom BioDivHubs-Planungsworkshop:

Am 18. Juni fand das erste Planungstreffen für das BioDivHubs-Projekt „Pflanzung einer Wildobsthecke im Modellquartier Ackermannbogen“ statt. Vor Kurzen wurde eine geeignete öffentliche Fläche nahe beim StadtAcker am Ackermannbogen vom Baureferat, Abteilung Gartenbau dafür freigegeben. In Kooperation mit Green City e.V. kann dort ein Patenschafts-Vertrag abgeschlossen werden. Solange die Fläche vom Projekt und den Teilnehmenden gepflegt wird, können wir dort nun im Herbst Wildobst, Wildrosen und andere Wildgehölze entweder als Hecke oder als lockere Gruppen pflanzen. 10 interessierte Teilnehmer*innen aus der Nachbarschaft wollen bei dem Vorhaben mitmachen und von Anfang an dabei sein. Weitere Beteiligte für die Umsetzung sind jederzeit herzlich willkommen!

Foto: Die Planungsgruppe – im Hintergrund die Fläche (mit Vogelkirsche)

Variante 3

Tatsächlich wurde aus der ursprünglich angedachten Hecke sehr schnell eine Planung für lockere und begehbare Gehölzgruppen in verschiedenen Höhenstaffelungen. Das dreieckige Grundstück eignet sich für eine solche Gestaltung einfach besser. Konrad Bucher, StadtAckerkoordinator und BioDivHubs-Verbundpartner vom MUZ, zeigte uns drei verschiedene Planungsvarianten, wobei sich alle sofort einstimmig für die Variante 3 entschieden. Im nächsten Schritt wird der Entwurf mit dem Baureferat Gartenbau abgestimmt.

Mit Bildern und Beschreibungen der vorgesehen Pflanzen macht uns Konrad Bucher richtig Lust auf die wilden Schönheiten, und wir verabredeten uns zu einem Ausflug zur Baumschule von Ernst Habersbrunner – der Experte für Wildpflanzen und auch Wildgehölze im Münchner Raum.

Wir möchten nur sog. autochthone Wildpflanzen verwenden, die natürlich in der Region München vorkommen und sich seit langer Zeit an die spezifischen Umweltbedingungen hier angepasst haben. Denn die Pflanzung soll nicht nur die menschliche Nachbarschaft erfreuen, sondern vor allem auch für die heimische Tierwelt wichtige ökologische Funktionen erfüllen: Die Blüten bieten den Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum und die Vögel brauchen die Beeren als Nahrung im Sommer und Herbst und das Dickicht als Schutzraum und Nistmöglichkeit.

Bilder: Konrad Bucher

Die meisten Wildfruchgehölze kennt und sieht man oft – Weißdorn, Schlehe, Berberitze und Wildrosen kommen sowohl im Olympiapark als auch im Englischen Garten vor, wobei in Parks und Gärten meistens die aus Asien stammende Berberis thunbergii gepflanzt wird, nicht die heimische Berberis vulgaris. Und von den Wildrosen ist üblicherweise nur die Rosa canina (Hundsrose) bekannt, obwohl bei uns auch viele andere Arten wild vorkommen. Sanddorn und Wacholder sind ebenfalls heimisch, aber weniger häufig zu sehen und an besondere Standortbedingungen gebunden.

Die dreieckige Fläche ist zum größten Teil ein vollsonnig – trocken-heißer Standort – der Boden ein kiesig, sandiger Lehm auf Schotter, wenig humos und eher mager – gute Bedingungen für alle genannnten Arten. Nur im vorderen Zwickel der Fläche ist es zu schattig für sonnenhungrige Arten wie Sanddorn und Wachholder. Hier kann man schattenliebende Wildstauden für den Gehölzrand als Unterpflanzung einfügen. Auch einige Wildrosenarten können halbschattige Bereiche mit ihren Ausläufern füllen, zum Beispiel Zimtrose (Rosa majalis) und Essigrose (Rosa gallica).
Die Feldrose (Rosa arvensis) wächst mit ihren langen Ranken in andere Gehölze hinein und bildet ein dichtes und „kleinteiliges Gewirr“. Die schöne Weinrosa (Rosa rubiginosa) hingegen bildet keine Ausläufer, duftet besonders gut und kann als Solitärpflanze neben dem Weißdorn oder einer Berberitze stehen.

Bilder: Ruth Mahla

Der Maßnahmenkatalog des BioDivHubs-Projekts „Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt“ beinhaltet auch eine detaillierte Pflanzanleitung für Vielfaltshecken: Kostenloser Download hier

Gartentipp vom NABU: Robuste Schönheiten: Heimische Wildrosen für den Naturgarten


Text: Ruth Mahla; Bilder: Konrad Bucher, Ruth Mahla

Ein Sandarium für die Grundschule am Agilolfingerplatz

An der Grundschule am Agilolfinger Platz spielt Bildung für Nachhaltige Entwicklung eine große Rolle: in den letzten Jahren wurden auf dem Schulgelände in gemeinsamer Zusammenarbeit der gesamten Schulfamilie (Schüler*innen, Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeitende, Eltern) ein Blühwiesenstreifen mit einheimischen Wildblumen angelegt und mehrere Hochbeete errichtet. Das Thema Insekten und heimische Biodiversität in der Stadt steht damit im Fokus der Schule und wurde dieses Jahr durch den Bau eines “Sandariums” ergänzt:  Im Rahmen des Projekts BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier entstand ein neues Wildbienen Nisthabitat auf dem Schulhof.

Am Bau beteiligt waren engagierte Eltern und Kinder des Naturindianer BNE-Horts, die  Hort-Leitung Olly Fritsch und Andrea Skiba von Green City e.V. Unter der Anleitung von Gartenbauer  Sascha Geiger entstand in Teamarbeit ein von einer Trockenmauer eingerahmtes Sandarium auf dem Schulhof. Der Standort, in unmittelbarer Nähe des Blühwiesenstreifens, wurde bewusst gewählt, um das Nahrungsangebot für die Wildbienen zu sichern. Während des Baus lernten Kinder und Erwachsene Steine zuzuschneiden und sie mit der richtigen Ausrichtung aufeinander zu setzen. Nach jeder Reihe wurde der Sand aufgefüllt und festgeklopft, bis Steine und Sand aufgebraucht waren. Im letzten Schritt wurde das Sandarium von Schüler*innen mit heimischen Arten bepflanzt und kann jetzt von den Wildbienen besiedelt werden.

Die offizielle Einweihung des Sandariums wird am Schulfest der Agilolfinger Schule am 3. Juli 2026 stattfinden. Green City e.V. stellt dabei das Projekt BioDivHubs der Schulgemeinschaft vor und informiert mit Spielen und kindgerechten Materialien über das Thema Wildbienen.  

Nisthabitate für Wildbienen

Wildbienen sind wichtige Helfer in der Natur. Sie bestäuben Blumen, Obst und Gemüse. Ohne sie gäbe es viele Pflanzen nicht! Die meisten Wildbienen bauen ihre Nester im Boden. Dafür brauchen sie warme, sonnige Plätze mit Sand. Besonders in Städten gibt es oft zu wenige geeignete Orte. Um den Wildbienen zu helfen, bauen Menschen besondere Sandflächen. Diese heißen Sandarium und helfen Wildbienen dabei, einen sicheren Platz zum Nisten zu finden. Im Sand graben die Bienen kleine Gänge und Kammern. Dort legen sie ihre Eier ab und die jungen Bienen können geschützt unter der Erde heranwachsen. Mehr Infos dazu im Maßnahmenkatalog des BioDivHubs Projekts.

Fotos und Text: Andrea Skiba

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