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Autor: Claudia Oberbeil

„Biodiversität gedacht“: Rückblick auf das 1. BioDivHubs-Symposium

Rund 50 Interessierte aus Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft trafen am 14. November 2025 im Ökologischen Bildungszentrum München zum Symposium „Biodiversität denken – Vom Verstehen verschiedener Perspektiven zum gemeinsamen Gestalten“ zusammen. Sie wollten mehr über diese Perspektiven erfahren, die ihnen aus der Philosophie, der wissenschaftlichen Forschung und der Praxis dargeboten wurden. Erfahren sollten sie auch, wie die Akteur*innen des BioDivHubs-Projekts die Erkenntnisse in ein gemeinsames Gestalten einfließen lassen.

Vernetzung und Austausch

Bei Tee, Kaffee und Brezn bot sich am Vormittag gleich die Gelegenheit, Kontakte aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen, bevor die Begrüßung von Marc Haug die Bühne für einen intensiven Austausch bereitete.

Bereits beim Eintreffen durfte sich jeder Gast einen Zettel mit einem bestimmten Biodiversitätscharakter aussuchen. Die zur Auswahl stehenden Begriffe reichten von „pragmatischer Macher“ über „unaufhaltsame Guerillagardenerin“ bis „sinnlicher Ästhet“. Diese bisweilen selbstironischen Selbsteinschätzungen waren in der anschließenden „Murmelrunde“ der Anlass, mit dem Nachbarn oder der Nachbarin ins Gespräch zu kommen, sich persönlich in Beziehung zur Biodiversität zu setzen und auf das Thema einzustimmen.

Philosophisches Impulsgespräch

Das Impulsgespräch „Biodiversität denken“ bestritten Prof. Dr. Benjamin Rathgeber von der Hochschule der Philosophie München, an der er das Fachgebiet „Natur- und Technikphilosophie“ vertritt, und Michael Hebenstreit, Experte für Systemische und Wirtschaftsphilosophische Beratung mit Fokus auf Klimaschutz und Biodiversität. Benjamin Rathgeber erläuterte die Anfänge der Unterscheidung von Mensch und Natur in der abendländischen Naturphilosophie, in der Aristoteles die Natur als etwas, was sich selbst verursacht, beschreibt, während er das, was der Mensch verursacht, Kultur nennt.

Daran anknüpfend wendet sich Michael Hebenstreit dem Biodiversitätsbegriff zu, der genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Vielfalt der Ökosysteme umfasst. Je nach Zugang – ästhetisch, funktional, ökonomisch, ökologisch – rückt die Frage in den Vordergrund, in welchem Spektrum des Mensch-Naturverhältnisses wir uns jeweils befinden. Er betont: Mit „Natur“ und „Biodiversität“ arbeiten wir mit komplexen Begriffen, die viele Unterbedeutungen und Perspektiven enthalten. Das kann zu Konflikten führen (z. B. Naturschutz vs. Naturnutzung), aber auch zu produktiven Verständigungsprozessen, sofern wir reflektieren, was wir jeweils meinen.

Arbeitsansätze und Erfahrungen im Gemeinschaftsprojekt BioDivHubs

In einem zweiten Teil stellten die Verbundpartner des BioDivHubs-Projekts ihren Arbeitsansatz, ihre Erfahrungen und Zwischenergebnisse vor.

Julia Gamberini von der BürgerStiftung München stellte den Projektrahmen vor. Monika Egerer und David Schoo von der Technischen Universität München erläuterten ihren Ansatz, mit Citizen Science die Entwicklung der Biodiversität zu begleiten. Ulrike Sturm stellte für den Verbundpartner Museum für Naturkunde Berlin Ergebnisse ihrer Befragungen zum Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und bestäuberfreundlichem Verhalten in den Quartieren vor. Konrad Bucher vom MUZ gab mit Beispielen aus den Modellquartieren am ÖBZ und am StadtAcker Antworten auf die Frage: Warum wir auf die Beziehungspflege Mensch-Natur setzen, und Marion Eder und Andrea Skiba vom Green City e.V. zeigten anhand von Aktivitäten in den Quartieren Giesing und Isarvorstadt wie BioDivHubs als lebendige Zentren biologischer Vielfalt geschaffen werden.

Die Beiträge zeigten, wie unterschiedliche Perspektiven in die Erreichung der Projektziele einfließen.

Gesprächsrunde „Rewilding the City

Den Abschluss des Vormittags bildete die spannende Gesprächsrunde mit dem Thema „Rewilding the City“ zwischen Dr. Ernst Habersbrunner (Bund Naturschutz) sowie Prof. Dr. Monika Egerer, David Schoo und Konrad Bucher vom BioDivHubs-Team.

In der Diskussion ging es um Spannungen und Verständigung zwischen gärtnerischer Praxis und Naturschutz – speziell rund um Biodiversität in der Stadt. Ausgangspunkt des von Michael Hebenstreit moderierten Gesprächs war das „Conservation Gardening-Konzept“ mit seltenen, geschützten Arten. Konrad Bucher schilderte am Beispiel des Balkonprojekts, wie man begeistert mit Roten-Liste-Arten gestartet sei, dann aber mit der Kritik möglicher Florenverfälschung und dem Verlust im lokalen Genpool konfrontiert wurde. In der Folge fand ein intensiver und wertvoller Reflexionsprozess über die Frage geeigneter Pflanzen für derartige Biodiversitätsmaßnahmen statt, an der Expert*innen aus der Wissenschaft und dem Naturschutz eingebunden wurden. Darunter war auch Ernst Habersbrunner vom Bund Naturschutz, weswegen er zu der Gesprächsrunde eingeladen wurde. Er stellte aus der Position des Naturschutzes klar: Gerade bei seltenen Arten sei der lokale, autochthone Genpool entscheidend, weil Durchmischung weit entfernter Herkünfte die genetische Vielfalt innerhalb der Art verringern könne und ihre Resilienz beispielsweise gegenüber Klimaveränderungen dadurch sinken würde. In dicht bebauten Innenbereichen der Stadt spiele die Herkunft des Pflanzmaterials keine so entscheidende Rolle, aber an Grenzen zur freien Natur sollte man sehr genau auf Herkunft und Artwahl achten. Das lässt sich allein schon aus der Regelung im Bundesnaturschutzgesetz ableiten, die in der „freien Natur“ den Einsatz von gebietseigenem, heimischem Pflanz- und Saatgut verlangt. In diesem Zusammenhang stellte David Schoo stellte die von der TU München entwickelte Saatgutmischung mit 32 heimischen Wildpflanzen vor. Die Mischung entstand durch Vermehrung von Samen aus dem sogenannten Ursprungsgebiet 16 (Unterbayerische Hügel- und Plattenregion), die zusätzlich nach einem wissenschaftlich begleiteten Trockenstresstest ausgewählt wurden. Eine praktische Erkenntnis für viele der Zuhörenden war, dass dieses Saatgut auch nur in diesem Ursprungsgebiet für eine artenreiche Blühwiese zum Einsatz kommen sollte.

Für das Projekt war wichtig, den vielleicht anfangs etwas „naiven“ Ansatz mit seltenen Arten als pädagogischen Türöffner zu erkennen, der das Interesse, sich zu beteiligen, weckt, erläuterte Konrad Bucher. Die Menschen verstehen dann, dass Arten aussterben, und wollen aktiv helfen. Monika Egerer betonte die große Herausforderung, die Komplexität (Genetik, Gesetzgebung, Ökologie) so zu kommunizieren, dass die beteiligten Menschen motiviert bleiben, statt frustriert abzuschalten.

Im Vergleich zu oft konfrontativen Debatten (z. B. Naturschutz vs. Landwirtschaft), wirft Michael Hebenstreit ein, erlebe er das Vorgehen im BioDivHubs-Projekt als kooperativen Prozess – weil viel kommuniziert werde, niemand „die eine Wahrheit“ reklamiere und Expertise verteilt gedacht wird, die aus dem Zusammenwirken von Wissenschaft, Praxis und Bürger*innen entstehe.

Was bleibt als Fazit? Biodiversitäts- und Naturschutzfragen sind komplex, aber man kann diese Komplexität schrittweise aufbereiten. Die Beschäftigung mit Begriffen wie Biodiversität, autochthon, freie Natur helfen dabei, Klarheit zu schaffen, wenn man sie – wie im BioDivHubs-Projekt geschehen –gemeinsam ausbuchstabiert. Und nicht zuletzt festigt sich die Erkenntnis, dass Gemeinschaftsgärten und daraus erwachsene Projekte im Quartier Brücken bauen können zwischen Fachwissen und Alltagswelt oder zwischen unterschiedlichen Interessen und damit ein Baustein für eine sozial-ökologische Transformation in der Stadt sind.

Die Workshops

Nach der Mittagspause ging es in drei parallele Workshops:
Im Workshop „Die beste Biodiversitätsmaßnahme ist Beziehungspflege“ wurde anhand konkreter Beispiele diskutiert, inwiefern die Pflege von Naturbeziehungen zum Gelingen von Biodiversitäts-Maßnahmen beiträgt und welche Formen der Beteiligung es dafür braucht. Im Workshop „Welcher Biodiversitätstyp bin ich?“ von Ulrike Sturm und Susan Karlebowski vom Museum für Naturkunde Berlin näherten sich die Teilnehmer*innen spielerisch ihrer eigenen Beziehung zur Natur, indem sie Einstellungen zur Natur und Motivation für biodiversitätsfreundliches Handeln verschiedener Biodiversitätstypen diskutierten und anschließend mit Methoden des kreativen Schreibens ein Horoskop für das Jahr 2026 für jeweils einen Typ erstellten.
In dem „Kreativen Praxisworkshop“ bot die Künstlerin Katharina Schweissguth mit einer gemeinschaftlichen Landart-Aktion, dem Bau eines überdimensionalen Nests aus Totholz und Laub im öffentlichen Raum eine neue, künstlerische Perspektive auf die Natur an.

Ein positives Feedback rundete die Veranstaltung ab: Es war ein inspirierender Tag, der gezeigt hat, wie bereichernd es sein kann, Biodiversität aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Die Kombination aus Expert*innen-Impulsen und praxisnahen Workshops machte das Symposium zu einem spannenden Austauschformat.

Das zweite Symposium des BioDivHubs-Projekts wird voraussichtlich im November 2026 stattfinden. Für mehr Informationen abonnieren Sie gerne unseren Newsletter: https://www.biodivhubs.net/newsletter/

Gemeinsam für mehr Artenvielfalt! Die BioDivHubs Saatgutmischung für München

Gemeinsam mit ExpertInnen der Technischen Universität München haben wir eine insektenfreundliche Saatgutmischung mit heimischen Wildpflanzen entwickelt. Ziel war es, eine widerstandsfähige Blühwiese für den urbanen Raum zu schaffen, die nicht nur schön aussieht, sondern auch nachweislich zur Förderung der Biodiversität beiträgt.

Die Mischung enthält 31 heimische Arten, die besonders gut an Münchens Klima und Böden angepasst sind. Dazu gehören Pflanzen wie der Wiesen-Salbei, die Skabiosen-Flockenblume, der Scharfe Hahnenfuß und die Wiesen-Margerite. Die Vielzahl der Pflanzen schafft eine reiches Blühangebot von Frühling bis Herbst und bietet wertvolle Nahrung und Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Ein begleitendes Experiment der TUM zeigte, dass die Blühwiese mehrere Wochen Trockenheit ohne Bewässerung übersteht -ein wichtiges Ergebnis angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden in der Stadt, welche mit dem Klimawandel noch an Intensität und Häufigkeit zunehmen werden. Außerdem konnte bestätigt werden, dass sich eine höhere Artenvielfalt dank höherem Bodenbedeckungsgrad und stabilerem Blühangebot positiv auf die Widerstandsfähigkeit und die Resilienz des Ökosystems Blühwiese auswirkt.

Tipps zur Aussaat:
Optimal für die meisten Wildkräuter der Saatgutmischung ist ein sonniger Standort. Für die Vorbereitung des Saatbetts wird der Boden gelockert und bestehende Vegetation entfernt.
Das Saatgut gleichmäßig ausstreuen und leicht andrücken, aber nicht mit Erde bedecken.
Bei Bedarf vorsichtig gießen. Der Boden sollte in den ersten Wochen feucht sein, damit die Pflanzen gleichmäßig keimen.
Geeignete Zeiten für die Aussaat sind im Frühjahr von März bis Mai sowie im Herbst, optimalerweise im September.

Mit jeder neuen Blühfläche entsteht ein kleines Stück lebendige Natur, ein Beitrag zu einer bunteren, artenreicheren Stadt.

Fotos: David Schoo & Julia Gamberini

Rewilding Pflanzaktion am Ackermannbogen: ein Stück Natur kehrt zurück

Am 11. Oktober wurde der Aktionstag „Nachbarn für Nachhaltigkeit“ am Ackermannbogen zu einem Fest für Mensch und Natur: Unter dem Motto „Rewilding Ackermannbogen“ haben wir gemeinsam ein Stück ursprüngliche Natur in die Stadt zurückgeholt. Auf öffentlichem Grund bepflanzten gut 40 engagierte Natur-Begeisterte eine 80 qm-große Bauminsel mit rund 400 Pflanzen. Es sind 30 heimische Wildpflanzenarten, die von Natur aus an den halbschattigen und durchwurzelten Standort angepasst sind:

Darunter sind Frühlingsblumen wie Buschwindröschen und Lungenkraut, aber auch höhere Arten wie Waldgeißbart und Silberblatt, außerdem unterschiedliche Farne und Gräser. Ein wertvoller Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die Aktion war der Höhepunkt mehrerer intensiver Vorbereitungseinsätze seit dem Frühjahr und wurde nun im Rahmen des Festes mit viel Freude und Teamgeist abgeschlossen. Für das leibliche Wohl sorgte das Team der StadtNatur vom Ackermannbogen e.V., während Karin Traxler mit einer künstlerischen Mitmachaktion für große und kleine Gäste kreative Impulse setzte.
Gemeinsam haben wir nicht nur gepflanzt, sondern auch ein lebendiges Zeichen für biologische Vielfalt gesetzt und unser Viertel ein Stück grüner und lebenswerter gemach

Fotos: David Schoo

Wildes Leben zwischen Häusern

Eine Ausstellung zur biologischen Vielfalt im Quartier 

Die Ausstellung zeigt dokumentarische und künstlerische Beiträge, mit denen wir Natur in der Stadt sichtbar und erlebbar machen wollen. 

Schon im letzten Jahr präsentierten wir Bilder von heimischen Wildpflanzen, die von der Nachbarschaft auf Balkonen gepflegt werden. Dieses Jahr kommen neue Fotos hinzu – von Pflanzen und Insekten, von Aktionen im öffentlichen Raum und von Druckgrafiken aus einer Kunstaktion. 

Die fotografische Sammlung dient auch einer Untersuchung zur Stadtnatur, die von der TU München durchgeführt wird. Neben dem wissenschaftlichen Blick entdecken wir die Schönheit dieser Naturerlebnisse – sie können inspirieren und motivieren, sich für mehr Artenvielfalt in der Stadt einzusetzen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den künstlerischen Arbeiten zur Insektenvielfalt, die bei der Rewilding-Aktion am 11. Oktober entstanden sind. 

So entsteht ein vielschichtiger Blick auf das „wilde Leben“ zwischen Häusern – gemeinsam gestaltet, kreativ interpretiert und wissenschaftlich begleitet. 

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier

Bild: Ruth Mahla

1. BioDivHubs-Symposium am 14.11.2025 – Einladung

Biodiversität denken – Vom Verstehen verschiedener Perspektiven zum gemeinsamen Gestalten. Ein Symposium im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ am Freitag, 14.11.2025 von 9.30 bis 16.30 Uhr im ÖBZ.
Welchen Blick haben wir auf Biodiversität? Das Symposium lädt dazu ein, biologische Vielfalt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten: philosophisch, ästhetisch, ökologisch und künstlerisch.
Wir stellen uns der Frage, wie wir aus verschiedenen Blickwinkeln gemeinsam Wege für eine lebendige Stadtnatur entwickeln können, die nachhaltig wirken und hohe Akzeptanz erfahren. Wir starten mit einem Impuls von Prof. Dr. Benjamin Rathgeber, Hochschule für Philosophie München. Nach diesem Impuls erwarten Sie Beiträge weiterer Expertinnen, kreative Workshops, Austauschformate und eine spielerische Annäherung an das Thema. Für wen? Für Beteiligte im Projekt BioDivHubs, Gärtnerinnen, Fachleute und alle, die sich für Stadtnatur und Biodiversität interessieren.
Wo? Ökologisches Bildungszentrum (ÖBZ), Englschalkinger Str. 166, 81927 München
Wann? Freitag, 14. November 2025, 9:30 – 16:30 Uhr
Teilnahmegebühr: keine
Plätze: max. 45
Anmeldung: Anmeldung erforderlich beim ÖBZ

Alle Infos auch in unserem Flyer

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir uns beim Symposium im ÖBZ sehen.
Gerne können Sie diese Einladung an Interessierte weiterleiten.

Rückblick auf die 9. BioDivHubs-Sitzung der Steuerungsgruppe in Berlin

Dieses Mal lud der Verbundpartner Museum für Naturkunde Berlin in seinen historischen Sitz in der Invalidenstraße in Berlin zur Sitzung am 19. September ein. Nach einer herzlichen Begrüßung um 15 Uhr tauschten sich die Vertreter*innen der Verbundpartner über in den letzten drei Monaten erfolgten Aktivitäten aus. Highlights waren die Einweihung des Biodiversitätshub „Grüner Quirin“ von Green City e.V. in Giesing, der Start der Rewilding-Aktion auf einer öffentlichen Fläche am Ackermannbogen durch das Münchner Umwelt-Zentrum und die Stationen des mobilen Demonstrationsgarten der TU München im Olympiapark. Eine projektbegleitende Befragung durch das Museum für Naturkunde Berlin fand in den Modellquartieren statt mit dem Ergebnis, dass in den Modellquartieren Bogenhausen und am Ackermannbogen die Befragten ihre Kenntnisse zu Insekten überdurchschnittlich gut einschätzen. Die Befragung wird fortgesetzt werden.

Im Anschluss an die Sitzung führte Ulrike Sturm durch die beeindruckende Museumsanlage aus dem Jahr 1889, die in Teilen im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Nach deren Wiederaufbau folgen noch heute andauernde Modernisierungen und Sanierungen. Eine kurzer Spaziergang durch Ausstellungsräume zeigte einen winzigen Teil der über 30 Millionen gesammelten Objekte und die Methoden zur Konservierung und Präparation.

Besichtigungen von urbanen Gärten in Berlin-Neukölln

Der 20. September stand ganz im Zeichen urbaner Gärten. Los ging es mit einer Besichtigung des Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld. Danach führte ein kurzer Spaziergang zum Prinzessinnengarten auf dem ca. 7 ha großen St. Jacobi Friedhof in der Hermannstr. in Neukölln. Dort wurden die Staudengärtnerei, der Hochbeetgarten, der Acker und die Bereiche für die Bildungsangebote vorgestellt.

Nach einer gemeinsamen Kaffeepause im Garten-Café ging es vorbei am Vollguter Urban Gardening Projekt zum Kulturdachgarten des Klunkerkranich auf dem obersten Parkdeck der Neuköllner Arcaden. Dort empfing der Leiter des Gartenprojekts die Gruppe zu einer Führung über das Parkdeck, dessen Begrünung in den Händen des Vereins liegt. Die besonderen Herausforderungen hier sind die vielen Besucher*innen, der Wind und die fehlende Beschattung der Pflanzen, denen die Mitglieder des Vereins jedoch mit Einfallreichtum und Fleiß begegnen. Zum Ausklang des Tages erfrischte sich die Gruppe im Biergarten des Klunkerkranich, bevor es für einige noch weiterging zum Abendessen im Café Botanico, einem besonderen Ort mit einem Permakulturgarten.

Die beiden Tage boten nicht nur Raum für inhaltlichen Austausch und Projektplanung, sondern auch vielfältige Einblicke in die urbane Biodiversität Berlins. Ein herzliches Dankeschön an Ulrike Sturm und Susan Karlebowski vom Museum für Naturkunde Berlin für die Gastfreundschaft und die perfekte Organisation!

Fotos: Marc Haug

Demonstrationsgarten Olympiapark

Der mobile Demonstrationsgarten des Projekts BioDivHubs macht auf das Thema Biodiversität aufmerksam. Fünf Hochbeete aus Cortenstahl zeigen unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung von Insekten und Pflanzenvielfalt – von Sandarien für Wildbienen über Blühwiesen mit heimischen Wildpflanzen bis zu artenreichen Hecken.

Nach seiner Eröffnung im Werksviertel-Mitte wanderte der Demonstrationsgarten weiter zum Tollwood-Festival und anschließend zum Sommerfestival im Olympiapark. Seit August befindet er sich vor dem Olympia-Eisstadion. An diesen prominenten Orten macht er auf den Wert der biologischen Vielfalt aufmerksam und inspiriert Passantinnen und Passanten, selbst aktiv zu werden – sei es durch kleine Maßnahmen im eigenen Garten oder auf dem Balkon.

Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, findet praxisnahe Leitfäden für die Umsetzung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Maßnahmenkatalog „Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt“.

Fotos: David Schoo

Eröffnung Biodiversitätshub “Grüner Quirin”

Am 14. Juli 2025 wurde in Giesing der Biodiversitätshub „Grüner Quirin“ am St-Quirin-Platz eröffnet. Diese Zwischennutzung markiert einen wichtigen Schritt hin zu mehr Artenvielfalt und nachhaltiger Stadtnatur in unserem lebendigen Viertel.

Der „Grüne Quirin“ ist ein Holzpavillon der „Kooperative Grossstadt“, an dem Green City e.V. eine Biodiversitätsgrünwand angebracht hat. Diese innovative Gestaltung zeigt eindrucksvoll, wie kreative Begrünungskonzepte zur Förderung der biologischen Vielfalt beitragen können.

Die Künstlerin Cassie Tumlinson hat durch ihr beeindruckendes Wandbild „Bring to Life“ auch die Außenwände vom Pavillon gestaltet. Das Bild rückt die zentrale Bedeutung von Insekten für unsere Ökosysteme in den Fokus. Im Inneren des Pavillons stellte der Künstler Hagen Wendt seine Fotografien aus: Faszinierende Makroaufnahmen unterschiedlichster Blüten.

Die Band „Combo Zeisig“ hat den Eröffnungstag musikalisch verzaubert. Vielen Dank für den mit viel Herzblut organisierten Auftritt!

Der Biodiversitätshub „Grüner Quirin“ bietet die Möglichkeit, unsere Stadt aktiv mitzugestalten. Er soll ein lebendiger Begegnungsraum für Stadtnatur, Kunst und bürgerschaftliches Engagement sein.
Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für mehr Biodiversität, für eine lebenswerte Zukunft und für ein Giesing, das im Einklang mit der Natur wächst und gedeiht. Um diesen Ort mitzugestalten, können die Menschen aus Giesing ihre Ideen und Anregungen für mehr Artenvielfalt direkt einbringen.
Falls du dich für mehr Biodiversität in Giesing engagieren möchtest, kontaktiere uns gerne unter: biodiversitaet@greencity.de

Weitere Infos: https://www.greencity.de/event/eroeffnung-biodiversitaetshub-gruener-quirin/

Fotos: Silvia Gonzalez, Hagen Wendt, Alessandro Schmidt

Biologische Vielfalt ist schön … macht aber viel Arbeit!

Auf unseren innerstädtischen Grünflächen existiert meist keine ursprüngliche Vegetation mehr. Man kann trotzdem Pflanzenarten wieder ansiedeln, die von Natur aus hier wachsen würden, um die biologische Vielfalt zu erhöhen. Das ist der Plan für ein ca. 50 qm großes Beet am Ackermannbogen, das wie eine Insel im Radweg zwischen Speisecafé Rigoletto und Stadtplatz liegt.
Im Herbst werden hier ca. 25 heimische Wildarten eingepflanzt, die das Leben in der Stadt reicher und vitaler machen sollen. Sie sind an diesen speziellen Standort angepasst, kommen also zurecht mit dem Schatten, dem Wurzeldruck und der temporären Trockenheit.
Momentan wird die Fläche vorbereitet, d.h. der aktuelle Bewuchs aus Quecke, Tauber Trespe und Hecken-Kälberkropf muss zuerst sorgfältig entfernt werden, damit die weniger konkurrenzstarken Wildblumen später eine Überlebenschance haben. Bereits drei Mal traf sich eine Gruppe aus jeweils 6-10 Pflanzenfreundinnen, um mit Geduld und Spatengabel den langen Ausläufern der Quecke nachzuspüren.
Die nächste Jät-Aktion findet am Donnerstag, den 24. Juli, um 18h statt. Bei dieser Gelegenheit gibt es auch Infos über den Pflanzplan und die Arten, die hier wachsen sollen.
Hier geht’s zur Anmeldung.

Fotos: Konrad Bucher

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