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Schlagwort: BioDivHubs

Bereit für unsere Sandbienen

Ein Sandarium in einem Gemeinschaftsgarten: dieser Traum wurde uns im Rahmen des Projekts BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier erfüllt. Am 8. März um 9:00 Uhr standen wir, neun Gärtner*innen des Gemeinschaftsgarten Garten der Vielfalt an der IG Feuerwache, vor drei Paletten mit schweren Steinen und einem Haufen Sand. Wir hatten uns verabredet, um an diesem Tag ein hochgelegtes, von einer Trockenmauer eingerahmtes Sandarium von ca. 2 auf 1 Meter zu bauen.

Nisthabitate für Wildbienen

Sandarien dienen als Habitate für Wildbienen und Insekten, die im Boden nisten, speziell im Sand. Sie sollten 60 cm tief sein und mit ungewaschenem Brechsand mit einer Körnung von 0 bis 2 mm gefüllt sein. Durch diese Sandart können sie Höhlen tief im Sand anlegen und diese über sichere Zugänge erreichen.

Zu den Sandbienen (Gattung Andrena) gehören beispielsweise die Fuchsrote Lockensandbiene (Andrena fulva), die Rotschopfige Sandbiene (Andrena haemorrhoa), die graue Sandbiene (Andrena cineraria), die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena  agilissima) und die Skabiosen-Sandbiene (Andrena marginata) – Quelle: Maßnahmenkatalog des BioDivHubs-Projekts. Diese hoffen wir darin zu beherbergen.

Bau des Sandariums

In einem Workshop mit Monika Egerer und David Schoo von der TU München sowie Susan Karlebowski vom Museum für Naturkunde Berlin hatten wir uns in unserem Garten im Oktober 2024 für diese Biodiversitätsmaßnahme entschieden. Wir hatten auch den sonnigsten Platz als Standort ausgewählt, am Zaun des Gartens, so dass man es auch von außen betrachten kann. Da unser Garten jedoch nur wenig Tiefe aufweist, kam nur ein hochgelegtes Sandarium gestützt durch eine Trockenmauer in Frage.  

Als Vorbereitung für den Bau bezogen wir eine Tonne ungewaschenen Brechsand über eine Münchner Baustofffirma aus einer Grube in der Nähe von München und die Muschelkalksteine von einem Baustoffhof in Karlsfeld. Schon bei der Auswahl der teilweise massigen und schweren Steine war uns schnell klar, dass der Bau ohne eine Baubegleitung schwierig werden würde. Die Website des Naturgarten e.V. ist eine gute Quelle zur Recherche nach Gartenbaufirmen. Wir fanden unseren Gartenbauer, Sascha Geiger, dann aber durch einen Hinweis einer Mitarbeiterin des LBV.

Unter seiner geduldigen Anleitung und mit den richtigen Werkzeugen lernten wir Steine zu schneiden und zu behauen, sie ins Lot und mit der richtigen Ausrichtung aufeinander zu setzen. Nach jeder Reihe wurde der Sand aufgefüllt und festgeklopft, bis Steine und Sand aufgebraucht waren. Es hat allen einen Riesenspaß gemacht und das Ergebnis lässt sich sehen!

Nun fehlen nur noch ein Ballschutz (siehe Netz im Hintergrund des Fotos), eine Erklärungstafel und Stauden für die Mauerritzen, die die Sandbienen anlocken und Nahrung für ihre Brut bieten. Als Letztes steht dann noch die Auswahl aus einer Liste von heimischen Pflanzen wie Rundblättrige Glockenblume, Sand-Thymian, Scharfer Mauerpfeffer, Tripmadam, Bergsilbermantel, Felsen-Steinkraut, Polster-Seifenkraut und Spinnweb-Hauswurz an.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die finanzielle und zupackende Unterstützung durch Monika Egerer und David Schoo.


Bild: © Anna Gries

Vernetzungstreffen in der Isarvorstadt

Am 5. Februar 2025 fand im Green City Büro ein weiterer Vernetzungsworkshop statt, bei dem sich Menschen aus verschiedenen Einrichtungen in der Isarvorstadt trafen, um Maßnahmen und Workshopformate zur Förderung der Biodiversität im Quartier zu entwickeln. Der Fokus lag auf den Flächen der Einrichtungen, wie Schulen, der Glockenbachwerkstatt, dem Südgarten und anderen Flächen im (halb-)öffentlichen Raum.

Um den Austausch zu fördern und Ideen sowie mögliche Kooperationen zu entwickeln, stellten wir uns wie im Dezember in Giesing die folgenden Fragen:

  • “Welche kleinen und großen Projekte für den Klimaschutz oder die Biodiversität setzt du bereits privat oder in deiner Einrichtung um?”
  • “Welche Bildungsmaßnahmen oder Workshops möchtest du umsetzen? Wen oder was brauchst du dafür?”
  • “Gibt es schon Biodiversitätsmaßnahmen, die du konkret umsetzen möchtest?”

Die Teilnehmer*innen brachten viele spannende Projekte zur Sprache: Von einem Kompostprojekt an der Großmarkthalle bis hin zum Pflanzen von Obst- und Nussbäumen in der Glockenbachwerkstatt. Weitere Themen waren die Begrünung eines Dachs der Glockenbachwerkstatt, das Kultivieren bedrohter Pflanzen und die Entwicklung von Projekten zum Rückhalt von Regenwasser. Auch die Unterstützung für bereits bestehende Projekte wie den Südgarten wurde besprochen.

Hürden wie städtische Vorgaben, Wasserzugang und die Verfügbarkeit einheimischer Pflanzen wurden ebenfalls thematisiert. Außerdem gab es den Wunsch nach mehr Aufklärung über die Pflege von biodiversitätsfördernden Grünflächen und das richtige Anpflanzen von einheimischen Pflanzen.

Der Workshop war ein voller Erfolg. Viele Ideen und konkrete Projekte wurden angestoßen, die wir 2025 umsetzen wollen. Dazu laden wir Euch herzlich zu weiteren Planungstreffen im März 2025 und Workshops über den Frühling und Sommer verteilt ein. Wir freuen uns auf euren kreativen Input und eure Lernfreude in Workshops und euer Mitwirken bei der Umsetzung diverser Maßnahmen!

Kontakt: biodiversitaet@greencity.de


Bilder: © Magdalena Engl

Projekt Bohnenvielfalt – Mitmachaktion

Das Verbundprojekt „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ hat das Ziel, Aktivitäten zur Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt miteinander zu vernetzen. Ausgangspunkt solcher Aktivitäten sind die Gemeinschaftsgärten in den vier münchner Modellquartieren. Ein Aspekt der Biodiversität ist die genetische Vielfalt von Gemüsesorten, die über Jahrhunderte züchterisch entwickelt wurde und unsere Ernährung sichert. Die Gartengruppe am Ökologischen Bildungszentrum sammelt seit vielen Jahren Bohnensorten, die nicht mehr im Handel erhältlich sind. Um diese Vielfalt in die Privatgärten zu bringen, wird das Saatgut gegen Spende zum Beispiel beim Saatgutfestival am 23.2.2025 abgegeben. Da es sich um sehr viele Sorten handelt, braucht das Befüllen der Tütchen Zeit. Deshalb folgten 24 Freiwillige am 25. Januar 2025 der Einladung zur Mitmachaktion im Ökologischen Bildungszentrum und füllten bei bester Stimmung hunderte von Saatgut-Tütchen mit Bohnenkernen, um das Vielfaltsprojekt zu unterstützen! Es wurde besprochen, wieso es wichtig ist, die Vielfalt auch von Kulturpflanzen zu erhalten und wie die Vermehrungsarbeit funktioniert. Am Ende gab es Bohnensuppe für alle und Bohnen-Schokoladekuchen zum Nachtisch.

Workshop „Künstlerische und visuelle Strategien in der Kommunikation von Biodiversität“

Am Freitag, den 17.01.2025, fand der Workshop „Künstlerische und visuelle Strategien in der Kommunikation von Biodiversität“ im Ökologischen Bildungszentrum statt. Der Workshop wurde von Valentina Arros und Prof. Dr. Monika Egerer (Lehrstuhl für urbane produktive Ökosysteme der Technischen Universität München) organisiert. Valentina Arros ist eine ehemalige Studentin von Prof. Egerer und arbeitet nun als Naturwissenschaftsillustratorin sowie visuelle Kommunikatorin mit Sitz in München. Ihr Hauptanliegen ist es, Wissenschaftler*innen und anderen Interessengruppen dabei zu helfen, Informationen zu kommunizieren, Ideen zu erklären, Wissenschaft zu verbreiten, Wissen zu vermitteln sowie Neugier für die Natur und ihre Arten, Prozesse und Ökosysteme zu wecken.

Einstieg ins Thema mit Valentina Arros

Im Rahmen des BioDivHubs-Projekts hat Valentina eng mit Prof. Egerer sowie der gesamten Forschungsgruppe des Lehrstuhls zusammengearbeitet, insbesondere mit den Mitgliedern, die auf Bestäuber, Pflanzen und deren Interaktionen spezialisiert sind. Ihr Fokus lag dabei auf der Pflanzen- und Insektenvielfalt in der Forschung zu urbanen Gemeinschaftsgärten. Valentina wurde auch im Rahmen eines Mentoring-Programms durch das „Creature Conserve“-Programm unterstützt. Creature Conserve ist eine in den USA ansässige Organisation, die Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zusammenbringt, um durch wissenschaftlich fundierte Kunst Unterstützung für den Tierschutz zu fördern.

Bei dem Workshop wollte Valentina Feedback zu ihren bisherigen Fortschritten bei der Erstellung von Medien für die kunstwissenschaftliche Kommunikation erhalten, die sich auf Wildbienen und bestäubende Insekten konzentrieren. Die Idee hinter dem Projekt ist, visuelle Formate und Strategien zu entwickeln, die Informationen über den Schutz von Bestäubern in Stadtgärten spannend und verständlich vermitteln. Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen, konkrete Handlungen zu fördern und die Zusammenarbeit beim Schutz dieser Arten zu stärken. Dafür hat Valentina Arros drei Arbeiten entwickelt und den Teilnehmer*innen des Workshops vorgestellt, die sich momentan noch in der Prototypenphase befinden: ein Comic, ein Brettspiel und fünf interaktive Tafeln.

Das Brettspiel
Informationstafel „Verborgen Nester“
Informationstafel „Bestäuber und Blumen ändern sich mit dem Jahreszeiten“

Der Comic zeigt das Leben der Wildbienen, ihre Verhaltensweisen und Herausforderungen anhand der Reise einer Biene auf der Suche nach einem Nistplatz. Das Brettspiel fördert das Bewusstsein für Biodiversität und ausgewogene Ökosysteme durch das Management von Pflanzen, Lebensräumen und Bestäubern. Die interaktiven Tafeln informieren über Nistverhalten, die Beziehung zu Blumen, Artenbestimmung, die Rolle der Bestäubung und die ganzjährige Unterstützung von Wildbienen durch interaktive Aktivitäten. Insgesamt sollen die interaktiven Tafeln Informationen über Wildbienen, ihr Leben und ihre Besonderheiten vermitteln. Dafür wurden vier Bienenarten ausgewählt, die auf allen Tafeln durchgängig thematisiert werden: die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), die Blattschneiderbiene (Megachile rotundata), die schwarzbürstige Harzbiene (Heriades truncorum) und die rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva). Anschließend gab es für jedes Format die Möglichkeit, Feedback zu geben.

Die Veranstaltung war insgesamt gut besucht, mit 20 Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Hintergründen, die wertvolles Feedback zu Valentinas Arbeit geben konnten. Für die wissenschaftliche Illustratorin war es eine großartige Gelegenheit, über die Projekte zu reflektieren und diese zu verbessern.


Zeichnung: © Valentina Arros; Text: Julia Gamberini; Bilder: © Julia Gamberini

BioDivHubs-Vernetzungstreffen in Giesing

Am 5. Dezember trafen sich engagierte Menschen aus in Giesing ansässigen Institutionen und Einrichtungen, um sich zu vernetzen und gemeinsam potenzielle Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität im Quartier zu entwickeln. Der Fokus lag dabei auf den Flächen der jeweiligen Einrichtungen, wie Schulen, dem Nachbarschaftstreff, Jugendzentren oder anderen öffentlichen Orten.

Um den Austausch zu fördern und Ideen sowie mögliche Kooperationen zu entwickeln, stellten wir uns folgende Fragen:

  • “Welche kleinen und großen Projekte für den Klimaschutz oder die Biodiversität setzt du bereits privat oder in deiner Einrichtung um?”
  • “Welche Bildungsmaßnahmen oder Workshops möchtest du umsetzen? Wen oder was brauchst du dafür?”
  • “Gibt es schon Biodiversitätsmaßnahmen, die du konkret umsetzen möchtest?”
Bild: © Green City e.V.

Der Workshop war ein voller Erfolg! Es wurden nicht nur viele wertvolle Kontakte geknüpft, sondern auch zahlreiche mögliche Bildungsmaßnahmen und konkrete Projekte für die Flächen der Einrichtungen angestoßen. Diese möchten wir nun gemeinsam umsetzen und freuen uns auf die Zusammenarbeit im Jahr 2025. Geplant sind Maßnahmen zur Förderung der Stadtnatur, wie die Begrünung der Icho-Grundschule und des Nachbarschaftstreffs, sowie diverse Workshops zu Themen wie „Gärtner*innen-Know-how“, „Finanzierung und Fördermöglichkeiten“ oder dem Bau von Nisthilfen.

Die nächsten Workshops finden in unserem neuen Giesinger BioDivHub am St.-Quirin-Platz statt. Zu Beginn des kommenden Jahres laden wir Euch herzlich zu weiteren Planungstreffen und Workshops ein. Wir freuen uns auf Eure Ideen und eine rege Beteiligung!

Wenn man bei der Förderung der Biodiversität in Giesing mitmachen möchte, kann man jederzeit einsteigen. Bei Interesse, bitte Green City e.V. kontaktieren: biodiversitaet@greencity.de


Bild: © Green City e.V.

Lebensraum Totholz

Kaum ein anderer Lebensraum weist eine vergleichbare strukturelle Vielfalt auf und bringt einen so großen Artenreichtum hervor wie abgestorbene Bäume in ihren verschiedenen Verfallsphasen. Je nach Standort, Holzart und Exposition, ob Wurzel, Stamm, Borke, Rinde, Zweige, Zapfen und je nachdem wie das Holz eingebaut wird (stehend, liegend, auf Haufen oder als Wälle geschichtet), stellt es einen einzigartigenLebensraum für eine Fülle von Lebewesen dar. Deswegen sind die von Ökologen oft verwendeten Begriffe „Biotop- oder Habitatholz“ bezeichnender.

Der Anteil von Totholz an der gesamten Holzbiomasse in einem Urwald in Mitteleuropa liegt bei 10–30 Prozent, in Wirtschaftswäldern macht dieser Anteil häufig nur noch 1–3 Prozent aus. Für eine nachhaltige Waldwirtschaft, sowie für Natur- und Artenschutz brauchen wir viel mehr Habitatholzelemente – stehend und liegend, in allen Zerfallsphasen.


Habitatholz

Quelle: https://wertvollerwald.nabu-saar.de/fileadmin/Wertvoller_Wald/Formalien/flyer/14-NABU-Saarland-Wertvoller-Wald.pdf

Jeder Habitatholztyp birgt charakteristische Lebensgemeinschaften und viele Rote-Liste-Arten sind auf diese speziellen Lebensräume angewiesen

An jede Zersetzungsphase sind spezialisierte Lebewesen gebunden: In der Pionierphase dringen erste Organismen wie Bock-, Borken- und Prachtkäfer sowie Holzwespen in den Holzkörper ein und ernähren sich von Rinde und Splintholz. Die Bohrlöcher von Larven fördern das Eindringen von Pilzen und weiteren Insekten. Pilze sind in der Lage Lignin und Zellulose, die Bestandteile des Holzes, abzubauen und aufzuschließen. Wenn die Myzelien, die Pilzfäden verschiedener holzbesiedelnder Pilze, den Stamm komplett durchwuchern, wird dieser immer weicher und morscher. Das Totholz erreicht einen zunehmenden Zersetzungsgrad, das Pilzgeflecht durchdringt das Holz und bildet wiederum die Nahrungsgrundlage zahlreicher Totholzinsekten wie Buntholzkäfer und Holzwespen, Fliegen und Mücken, Ameisen und Schmetterlingen. Diese locken ihrerseits wieder räuberische Nachfolger an, z.B. Feuer- und Schnellkäfer und verschiedene Wespenarten.


Holzbesiedelnde Pilze

In noch stehenden, besonnten Stämmen picken Spechte auf der Suche nach Proteinen die Stämme an und hämmern Höhlen für ihren Nachwuchs. Diese Höhlen werden von vielen weiteren Insekten, aber auch Vögeln wie Hohltauben, Kleibern, Meisen, Eulen, Staren und Säugetieren wie Fledermäusen, Eichhörnchen, Siebenschläfern, Mäusen, Baummardern, Wildkatzen u.v.m. genutzt.

Solche Höhlen können sich zu inneren Mulmkörpern in den Stämmen entwickeln, die einen speziellen Lebensraum für weitere Arten bilden. Diesen mürben Holzmulm bzw. dessen Hauptbestandteile Zellulose und Lignin werden von Pilzen und Bakterien humifiziert und mineralisiert. Das gesamte Bodenleben – Zersetzer und Räuber – bestehend aus Bakterien, Algen, Pilzen, Flechten, Geißeltierchen, Amöben, Wimpertierchen, Milben, Springschwänzen, Asseln, Fadenwürmern, Borstenwürmern, Regenwürmern, Insekten, Spinnen, Schnecken, Tausendfüßlern hinterlässt durch seine Ausscheidungen wertvollen Humus und Mineralstoffe, die den Nährboden für die kommende Baum- und Strauchgeneration bilden.

Holzmulm in einem hohlen Stamm
Holzmulm in einem hohlen Stamm

Auch hier begleiten spezialisierte Schnecken- und Insektenarten, aber auch Amphibien und Reptilien, diese letzte Phase im Leben eines Baumes. Die Erdkröte und die Waldeidechse suchen z.B. liegendes Totholz zum Sonnenbaden oder zum Überwintern auf. Auch Blindschleichen und Kreuzottern besetzen Baumhöhlen in Bodennähe gerne zum Überwintern und als Nistplatz

Mikroklimatische Besonderheiten von Totholz

Neben dem biologischen Reichtum ist das Habitatholz auch wichtig für den Erosionsschutz, das Mikroklima, die Wasser- und Nährstoffspeicherung und die Bodenbildung, die C02-Bindung im Kontext des Klimawandels, die Sauerstoffproduktion und die Luftfilterung.

Am Boden liegendes Totholz wirkt ausgleichend auf das Mikroklima in der Umgebung. Einerseits führen die dunkle Oberfläche sowie die geringe Wärmeleitfähigkeit von Holz dazu, dass es am und im Holz wärmer ist. Andererseits kann Totholz seine unmittelbare Umgebung auch vor Hitze schützen, da es infolge des erhöhten Wassergehaltes Temperaturschwankungen ausgleichen kann. Dadurch trocknet der Boden der Umgebung weniger rasch aus.

Schutz der wertvollen Habitatholz-Lebensgemeinschaften

Nur in Sachsen werden „höhlenreiche Einzelbäume“ und „totholzreiche Altholzinseln“ explizit geschützt.

In allen anderen Bundesländern besteht nur ein indirekter Schutzstatus, wie z.B. bei Streuobstwiesen, Wallhecken, Flurgehölzen und Bruchwäldern. Ein Schutz ist weiterhin über die FFH-Richtlinie (Lebensräume bedrohter Arten/4) oder nach Einzelanordnung oder -ausweisung zu erreichen.

Forstwirtschaft

Der inklusionistische Ansatz der Forstwirtschaft in Deutschland möchte den wirtschaftlichen und den gesellschaftlichen Nutzen, sowie alle ökologischen Funktionen, auch den Naturschutz, auf denselben Flächen realisieren. Deswegen wird ein großer Teil der Waldfläche Deutschlands forstwirtschaftlich genutzt und die ökologischen Belange dabei nicht genügend beachtet. Die meisten Bäume werden gefällt, bevor sie den natürlichen Alterstod sterben könnten. Die typischen Alters– und Zersetzungs-phasen fallen meist aus. Insbesondere der angestrebte Kronenschluss im Altersklassenwald verhindert das Entstehen von Lichtungen mit stärkerer Sonneneinstrahlung und damit die Vielfalt unterschiedlicher Lichtmosaike und Zersetzungsbedingungen.

Lange Zeit wurde aus Mangel an Brennmaterial der Wald „sauber“ gehalten, später kam die Ansicht dazu, den im Totholz lebenden „Schädlingen“ vorbeugen zu müssen.

Inzwischen gibt es eine Totholzempfehlung in der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung, die jedoch im föderalen System keine unmittelbare Gesetzeskompetenz besitzt.

Im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie sollen 5% der Waldfläche in Deutschland dauerhaft unbewirtschaftet bleiben, was derzeit aber nicht einmal in Nationalparks verwirklicht wird. Es gibt aber zahlreiche Projekte und Förderungen des BfN, die auch den Lebensraum Totholz im Blick haben:

Bioholzprojekt

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt 2030 – Diskussionsvorschläge des BMUV

In den Forstrahmenplänen und Landschaftsplänen wird versucht, die Interessen von Naturschutz, Biodiversitätsschutz und Forstwirtschaft miteinander in Einklang zu bringen. Aufgrund der enormen Bedeutung für Waldökosysteme ist das Vorhandensein von Totholz ein wichtiges Kriterium. Für die Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft muss ein kleiner Prozentanteil der Fläche aus der Nutzung genommen werden und es gibt Leitlinien zum Erhalt eines Minimums starker toter Bäume .

Auf der Website der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft kann man sich über ein Naturschutz- und Forschungsprojekt zur Totholzanreicherung der TU München zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten informieren: „Mehr Artenvielfalt durch mehr Totholz“

Totholz-Ersatzhabitate

Deswegen ist es unbedingt erforderlich, Ersatzhabitate in Wäldern, Grünanlagen und Gärten – auch in städtischen Quartieren – mit Laub, Gehölzschnitt, Wurzeltellern, Baumstämmen und -Scheiben zu schaffen.

Aus Gehölzschnitt lassen sich z.B. Benjeshecken als Sichtschutz und Gestaltungselement herstellen. Abgesägte Stämme können angelehnt oder eingegraben, natürliches stehendes Totholz nachahmen. Ein besonders dekorativer Blickfang und zugleich wertvoller und vielfältiger Lebensraum ist der mit einheimischen Wildarten bepflanzte Wurzelgarten, oder „stumpery“. Die vielen unterschiedlich exponierten Hohlräume schaffen Lebensräume für Sonnenanbeter wie für Schattenliebhaber.

Einen guten Überblick über natürliche und gebaute Totholzlebensräume in Wald und Garten geben u.a. diese Websites und Bücher


Text und Bilder: Ruth Mahla

Benjeshecken

Zwar kennt man die Totholzhecken heute unter dem Namen „Benjeshecken“, nach Hermann Benjes, einem Landschaftsgärtner, der in den 1980er Jahren ein Flurbelebungskonzept mittels Feldhecken beschrieb. Aber sie sind ein uraltes Element in unseren Kulturlandschaften. Bauern lagerten ihr Schnittgut schon immer als Grenzmarkierung zwischen Weide- und Ackerland ab. Diese Einfriedungen boten viele Vorteile: Schutz vor Winderosion und Erhalt einer höheren Artenvielfalt. Auch in Frankreich, Belgien und England kennt man diesen durch Hecken geprägten Landschaftstyp (Bocage in Frankreich), wobei ihn je nach vorhandenen Material, auch Lesesteinwälle, Wallhecken und Knicks dominieren.

In Norddeutschland heißen die grünen Bänder Knicks. Bei ihnen handelt es sich meist um mit Sträuchern und Bäumen bestandene Erdwälle, die über Jahre hinweg wild wachsen und einzigartige Ökosysteme für zahlreiche Pflanzen und Tiere darstellen. Der Begriff „Knick“ leitet sich von dem Knicken von Zweigen und dünneren Ästen ab, was Höhen- und Breitenwachstum begrenzen soll.

Für eine Benjeshecke wird Totholz (Wurzel- und Stammteile, Äste, Zweige, Reisig) in Streifen oder als Wall locker gestapelt. Zwischen zwei Reihen von Pfählen werden Äste unterschiedlicher Dicke aufgeschichtet. So entstehen mehr oder weniger dichte, zaunartige Hecken. Baumstümpfe, Laub oder auch Rasenschnitt können mit verwendet werden.

Nach und nach werden die gebauten Hecken von den verschiedensten Tieren besiedelt: Vögel bauen darin ihre Nester, Igel finden Unterschlupf, und auch für etliche andere Arten bieten sich darin geschützte Winterquartiere. Außerdem ist es ein wahrer Tummelplatz für unzählige Käferarten, Regenwürmer, Asseln, Spinnen und Insekten. Man schätzt, dass ca. 8000 Arten (Pflanzen, Tiere, Pilze) auf Totholz als Habitat und Nahrungsquelle angewiesen sind.

Die ökologischen Funktionen dieser Hecken sind vielfältig und ähnlich wie bei anderen Totholz-Habitaten auch: Sie dienen als Unterschlupf, Nistplatz und Nahrungquelle. Sie wirken sich gut auf das Mikroklima aus, schützen die Umgebung vor Winderosion und verringern den Wasserverlust durch Beschattung und Verringerung der Verdunstung am Boden. Durch die Verrottung des liegenden Totholzes wird die Bodenstruktur durch Kohlenstoff-Anreicherung erheblich verbessert und es kann Humus aufgebaut werden.

Unser Gehölzschnitt trägt so zur Rekarbonisierung der Böden bei. Klimaschädliche Transportwege oder gar CO2-Emissionen durch Verbrennen entfallen.

Mit den Jahren begrünt sich die Hecke von selbst. Im Vogelkot abgesetzte Samen keimen, einige der verbauten Äste treiben aus und allmählich entsteht ein biodiverses kleines Ökosystem mit Licht- und Schattenzonen.


Benjeshecken-Workshop im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ)

Einen ausführlichen Foliensatz zum Workshop von Konrad Bucher findet ihr hier

Angerottete Stämme und dicke Äste als Boden

Angerottete Stämme als Boden bieten zahlreiche Hohlräume und damit Lebensraum für viele Bodentiere, Pilze und Flechten.

Diese beschleunigen den Zersetzungsprozess und lassen nährstoffreichen Humus entstehen.

Bau einer Benjeshecke beim Workshop im ÖBZ

Die Robinienstämme sind in einem schönen Schwung im Boden verankert worden.

Benjeshecken können auch als kreative Land-Art-Elemente gestaltet werden. Die Akzeptanz der in aufgeräumten Gärten noch unüblichen Naturgarten-Elemente kann damit erhöht werden.

Helle Berberitzenäste sorgen für ein attraktives Streifenmuster

Beim Auffüllen mit verschieden farbigen Schnittgut entsteht ein attraktives Streifenmuster.


Literatur:

WERNER DAVID, 2020. Lebensraum Totholz: Gestaltung und Naturschutz im Garten. 4. Auflage. pala verlag gmbh

HERMANN BENJES, 1994. Die Vernetzung von Lebensräumen mit Feldhecken. 4., überarb. u. erw. Auflage. Natur & Umwelt-Praxis – Band 1. Bonn: Natur & Umwelt Verlag.


Text und Fotos: Ruth Mahla;

Der mobile Demonstrationsgarten startet im Werksviertel-Mitte

Am Freitag, 06. Dezember 2024, installierte das BioDivHubs den mobilen Demonstrationsgarten an seiner ersten Station, dem Werksviertel-Mitte in München. Die abwechslungsreichen Hochbeete bilden einen interaktiven Ort des Zusammenkommens, der die Nachbarschaft zum Verweilen einlädt. Durch die Veranschaulichung verschiedener insektenfördernder Maßnahmen werden Bewohner*innen inspiriert, selber für den Schutz der Artenvielfalt in gemeinschaftlichen Quartiersprojekten aktiv zu werden. Der mobile Demonstrationsgarten vermittelt Wissen rund um das Thema Biodiversität und setzt auf Beteilung vor Ort – ein Zusammenspiel aus ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit. Das Konzept der wandernden Hochbeete ist im Projekt BioDivHubs mit einer Laufzeit von 5 Jahren eingebettet.

Bild: © Clara Jung

Der mobile Demonstrationsgarten besteht aus 5 ästhetisch gestalteten Cortenstahl-Hochbeeten und einer Benjeshecke. Diese ist auf einer Palette installiert und dadurch ebenfalls mobil. Den Beeten wurden verschiedene Themen zuordnet. Im ersten Hochbeet wachsen heimische Wildpflanzen, die essbar sind. Dazu zählt eine Wildobsthecke im Zentrum des Beetes und umliegende Wildkräuter, die als Bodendecker fungieren. Das zweite Beet ist ein Sandarium, das hauptsächlich aus ungewaschenem, feinem Sand verschiedener Körnung besteht und als Nistbereich für erdbewohnende Insekten wie Wildbienen dient. Als weiteres Strukturelement wurden Steine in verschiedenen Größen und Formen angehäufelt. Im dritten Beet ist eine Blühwiese angelegt, die durch die Methode der Mahdgutübertragung entstand. Dabei werden Samen von artenreichen, bunt blühenden Wiesen aus der Umgebung auf eine neue Fläche aufgebracht. Das vierte Hochbeet ist mit gefährdeten einheimischen Pflanzen bestückt, die bereits im BioDivHubs-Projekt „Naturschutz auf dem Balkon“ im Ackermannbogen zum Einsatz kamen. Das letzte Hochbeet wird für Umweltbildungsangebote und darin eingebettete partizipative Workshops genutzt.

Da es sich hierbei um einen mobilen Demonstrationsgarten handelt, war es den Projektakteur*innen wichtig, dass die Beete stabil und langlebig sind. Dadurch fiel die Entscheidung auf das robuste Cortenstahl statt auf empfindlicheres Holz.

Zum mobilen Demonstrationsgarten gehört auch ein Maßnahmenkatalog, der von den BioDivHubs-Verbundspartnern zusammengestellt wurde. Darin sind u. a. Hintergrundinformationen zum Thema Biodiversität, anschauliche Illustrationen, Anlaufstellen und praktisches Werkzeug aufgelistet. Besonders einprägsam ist eine Schritt-für-Schritt Anleitung, in der die praktische Umsetzung der insektenfördernden Maßnahmen beschrieben wird.

Die wandernden Hochbeete sind zwar durch die Transporte mit einem höheren Arbeits- und Kostenaufwand verbunden, bieten jedoch enorme Vorteile wie die Möglichkeit der Begrünung auf versiegelten Flächen, die Positionierung an stark frequentierten Orten und den Einsatz bei gesellschaftlichen Aktionen. Durch die variablen Aufstellmöglichkeiten profitieren außerdem alle beteiligten Quartiere. Der mobile Demonstrationsgarten erzeugt Aufmerksamkeit. Er erreicht die Menschen im Quartier und motiviert sie, aktiv Biodiversität im Quartier zu erleben und zu unterstützen, z. B. durch Mitarbeiten in Gemeinschaftsgärten. Zusätzlich werden erlebte Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität auch auf den eigenen Garten oder Balkon übertragen. Der mobile Demonstrationsgarten wird einmal im Jahr den Standort wechseln. Ab sofort können die aufmerksamkeitserregenden Hochbeete vor dem Riesenrad „Umadum“, Höhe Grafinger St. 9, bestaunt werden.


Text: Clara Jung; Bild: © David Schoo

Naturschutz in der Galerie – zur Ausstellung “Die schönen Wilden auf unserem Balkon”

Die Teilnehmenden des Projekts „Platz zum Überleben gesucht – Naturschutz auf dem Balkon?“ zeigen ausgewählte Bilder ihrer pflanzlichen Schützlinge. Zu erleben sind farbenfrohe Blüten, neugierige Insekten und anregende Gartengespräche.

Natur, Kultur und Soziales – das sind die großen Themen, die sich der Ackermannbogen e.V. auf die Fahnen schreibt. Man sieht es bereits am Slogan im Logo: Nachbarschaft – Umwelt – Kultur, heißt es da. Dass diese drei Bereiche nicht wie Säulen getrennt nebeneinanderstehen, sondern miteinander in einen Austausch treten und zusammenwirken, sieht man an der Ausstellung, die ab dem 27. November im SchauRaum gezeigt wird.

Zu sehen sind Bilder von Pflanzen, ansprechende Blütenportraits – eigentlich kein außergewöhnliches Sujet für eine Galerie. Das Besondere ist, dass die Bilder ein Projekt dokumentieren, bei dem es um die biologische Vielfalt im Viertel geht. Das Projekt heißt „Platz zum Überleben gesucht – Naturschutz auf dem Balkon?“ und startete im Frühjahr 2024. Rund 60 Nachbar:innen pflanzten auf ihren Balkonen unterschiedliche mehrjährige Pflanzen in Töpfe, die normalerweise in der freien Natur wachsen. Zur Auswahl standen 25 Arten, die alle insektenfreundlich, heimisch und zum Teil sogar selten sind. Ziel ist es, diesen Arten, die eigentlich hier wachsen könnten, einen Überlebensraum zu geben, den sie in der dicht bebauten und aufgeräumten Stadt verloren haben. Das gegenwärtige Artensterben lässt sich mit bepflanzten Balkonen sicher nicht stoppen. Beim Kennenlernen, Pflegen und Beobachten der Pflanzen und beim Austausch über das Erlebte wächst aber die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Diese Beziehung öffnet die Sensibilität für die Problematik des Artensterbens, das nicht nur im fernen Regenwald, sondern auch hier, vor unserer Tür stattfindet. Viele der Arten, die vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind, kennen wir nur leider gar nicht. Und wie soll man schützen, was man nicht kennt? Menschen, die in Naturschutzgebieten die Schönheiten der biologischen Vielfalt erlebt haben, sind eher bereit, sich für den Erhalt der Vielfalt und der Lebensräume einzusetzen. Nur gehören die Ausflüge in die Naturparadiese für Stadtbewohner:innen nicht zu den alltäglichen Erfahrungen. Wieso also nicht das Naturerlebnis in die Stadt holen? Direkt in unseren Alltag, auf Balkon oder Terrasse? Oder in die Galerie im SchauRaum?

Die ausgestellten Bilder zeigen, dass die Beziehungsarbeit mit den Pflanzen gut funktioniert. Die Verbindung zur Umwelt entwickelt sich oft über unsere ästhetische Wahrnehmung. Eine farbige Blüte, der überraschende Insektenbesuch spricht das Auge an, löst Interesse und Empathie aus.
Die Freude an der Schönheit mischt sich mit dem wissenschaftlichen Blick. Denn alle Teilnehmenden haben die Aufgabe, die Entwicklung der Pflanzen und speziell den Besuch von Insekten zu dokumentieren. Die TU München begleitet als Projektpartner die ökologische Evaluation. Wer beim Balkonprojekt mitmacht, lernt also auch einiges über die Vielfalt der Insektenwelt und bekommt einen neuen Blick auf den gewohnten Schädlings-Stempel für pflanzenfressende Insekten.

Das Projekt wird im Rahmen des Verbundsprojekts BioDivHubs vom Bundesamt für Naturschutz gefördert, dessen Ziel es ist, zusammen mit den Menschen im Viertel Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt umzusetzen. Die Begeisterung für das Thema zu wecken und möglichst die ganze Nachbarschaft zu beteiligen ist dabei der erste Schritt.

Vernissage: Mittwoch, 27. November 2024, 18.00 – 20.00 Uhr, im SchauRaum, Therese-Studer-Straße 9, München Ackermannbogen

Weitere Öffnungszeiten: Freitag, 29. November 2024, 17:00 – 19:00 Uhr
Sonntag, 1. Dezember 2024, 11:00 – 13:00 Uhr
Sonntag, 8. Dezember 2024, 11:00 – 13:00 Uhr
Finissage: Freitag, 28. Februar 2025, 17:00 – 19:00 Uhr


Bilder: © Konrad Bucher · Irmela Leuthel · Bettina Lindenberg · Sabine Schiefert · Clarissa Schneider / Text: Konrad Bucher

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